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Geeks und Nerds in die Parlamente? Der Online-Talk auf DRadio Wissen

Publiziert am 04.10.2011 von netzreporter

Der Einzug der Piraten ins Berliner Abgeordnetenhaus war ein Paukenschlag. Fast 10 Prozent konnte die Newcomer-Partei auf sich vereinen. Mit neuen Konzepten und neuen Strategien wollen sie den parlamentarischen Alltag jetzt revolutionieren. Aber sind die Internet-Enthusiasten im Parlament richtig aufgehoben? Oder spielen sie als außerparlamentarische Strömung nicht eine wesentlich wichtigere Rolle – ohne die Zwänge von Geschäftsordnungen und medialem Dauerfeuer?



Seit einigen Jahren tauchen zwei Begriffe immer wieder auf, wenn es darum geht, einer neuen Generation von technikaffinen, medienbegeisterten Akteuren einen Namen zu geben. Regelmäßig ist dann von den Geeks und Nerds die Rede. Und oft werden Klischees bemüht, um diese neuen Begriffe mit Leben zu füllen. Lichtscheu, sozial reduziert und gesellschaftlich desinteressiert sollen sie sein. Doch seit einiger Zeit registriert auch der gesellschaftliche Mainstream, dass man den Netzbürgern mit derartigen Klischees nicht gerecht wird.

Netzpolitisches Engagement im Parlament

Stattdessen wird klar, dass eine neue Generation medienkompetent ein adäquates Mitspracherecht einfordert, wenn es um vielfältige politische Prozesse geht. Insbesondere wenn diese Prozesse Internetthemen betreffen. Aber nicht nur diese Themen stehen auf der Agenda der Piratenpartei, die neue Formen politischer Mitwirkung jetzt in Berlin als Fraktion im Abgeordnetenhaus einsetzen will. Aber ist netzpolitisches Engagement im Parlament eigentlich gut aufgehoben? Die Debatte ist noch lange nicht entschieden. Weder im Netz noch anderswo. Die aktuelle Zwischenbilanz ist unser Thema im Online Talk.

Gäste im Online Talk

Gäste sind der Netzjournalist Christian Stöcker von Spiegel Online, das Bundestagsmitglied Konstantin von Notz, der Internetaktivist Linus Neumann von der NGO Digitale Gesellschaft und Frank Rosengart vom Chaos Computer Club. Die Moderation der Netzreporter XL Ausgabe hat Vera Linß.

Crosspost von DRadio Wissen.

Foto: Linß

Kategorien: Netzpolitik, Online Talk / NR-XL

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Die Diktatur der Aktiven – Schattenseiten digitaler Demokratie

Publiziert am 06.09.2011 von netzreporter

Das Netz soll die Demokratie revolutionieren. Direkte Beteiligungsformen sind technisch einfach zu realisieren. Ob sie auch weiterhelfen – darüber wird heftig diskutiert (MP3 und Timeline unten).

Die Demokratie lebt. Und das Netz wird die Demokratie noch demokratischer machen. So die euphorischen Stimmen im Netz. Kurzfristige Abstimmungen per Klick. Verbindliche E-Petitionen als Agenda für das Parlament. Dazu Bürger als Onlineberater bei strittigen Fällen in Verteidigungsfragen und Finanzdiskussionen oder als digitale Kassenwarte von kommunalen Bürgerhaushalten. Das sind die aktuellen Utopien neuer demokratischer Beteiligungsformen.

Und es gibt gute Gründe für eine ausgewachsene Euphorie. Denn noch nie war direkte Demokratie so einfach. In Kürze wird fast jeder Haushalt über einen eigenen Internetanschluss verfügen. Und die wenigen, die keinen haben, könnten per SMS mitmachen oder den Rechner in der örtlichen Bibliothek nutzen.

Schlüsselfrage der parlamentarischen Demokratie

Gleichzeitig zeigen Ereignisse wie Stuttgart 21 oder die Proteste in Spanien und Großbritannien, dass die aktive Einbindung der Bürger in politische Prozesse und Entscheidungen zu einer der Schlüsselfragen der parlamentarischen Demokratie werden könnte.

Aber sind diese Szenarien eigentlich realistisch? Sind die Voraussetzungen geschaffen, um wichtige Entscheidungen direkt in Bürgerhände zu geben? Oder bieten derartige Bürgergremien Scheinlegitimiationen interessierter Lobbygruppen und starker Bürgerbewegungen? Droht bei weiterer Einbindung die “Diktatur der Aktiven”, weil nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung die digitalen Werkzeuge beherrscht?

Die Debatte ist ein Dauerbrenner im Netz. Die aktuelle Zwischenbilanz ist unser Thema im Online Talk. Gäste sind der Politologe Markus Linden, der Initiator des Politcamps Valentin Tomaschek (UPDATE: leider konnten Valentin Tomaschek nicht teilnehemn, da die Leitung nach Hamburg aus technischen Gründen nicht zustade kam, was wir sehr bedauern; aber an dieser Stelle sei eine veranstaltung empfohlen, die vom Politcamp organisiert wird: Demokratie und Staat am 20. Oktober in Berlin), der Kommunikationsstratege Thomas Gebel und der Blogger Michael Seemann. Die Moderation der NETZ.REPORTER XL Ausgabe hat Vera Linß.

Crosspost von DRadio Wissen.

Das MP3 gibt es hier und die Timeline für Querhörer unten: weiter lesen

Kategorien: Netzpolitik, Online Talk / NR-XL

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