Archiv für die Kategorie ‘Portrait‘

Bloggende Polizisten. Unser Stück der Woche!

Publiziert am 16.02.2012 von Lydia Meyer

Schreibende Streifenbeamte erschaffen auf PolizeiPoeten.de hübsche literarische Miniaturen.

Der Polizeibeamte Nihat Demir lehnt in München an einem Polizeiwagen.

weiter lesen

Kategorien: Allgemein, Portrait

Tags: , , , , , , ,

Der Mann mit Eigenschaften. In Erinnerung an Robin Meyer-Lucht

Publiziert am 26.09.2011 von netzreporter

Die zweite Begegnung. Im Haus der Bundespressekonferenz. Aus dem Fenster des Büros sah man die Spree, den Berliner Reichstag, im Hintergrund Tiergarten und Hauptbahnhof. Das Büro gehörte Robin Meyer-Lucht. In diesem Büro gab es neben etlichen Zetteln, Büchern und zahllosen Kabeln, die Rechner und Drucker verknüpften, ein Atmosphärengemisch aus Neugier, Unruhe, heiterer Impulsivität und großer intellektueller Vitalität und Rastlosigkeit. Jeder gesprochene Satz bot mindestens drei Anküpfungspunkte für Fragen, Thesen, Verweise auf Konferenzen oder andere Autoren. Wie sich bald zeigen sollte, war es nicht die Atmosphäre des Büros, sondern die Ausstrahlung eines der wichtigsten Köpfe der deutschsprachigen Netzwelt.

Wir hatten ihn als Kommentator für das DRadio Wissen Format NETZ.REPORTER gewonnen. Es ging um eines seiner wichtigsten Themen. Identität und Urheberrecht. Finanzierungskonzepte für journalistische und kulturelle Netzangebote. Der Netzkommentar auf DRadio Wissen ist ein kompaktes Format, keine drei Minuten lang. Die Kunst der Kürze als Herausforderung. Dementsprechend fing seine Mail, mit der er das Skript übersandte mit einem “…mein lieber Scholli. 2000 Zeichen ist ja echt kurz…” an. Natürlich hatte er es spielend leicht geschafft, in dieser Kürze glasklar, meinungsstark und fundiert zu sein. Denn das war es, was ihn ausmachte. Robin Meyer-Lucht ist nicht in die Gefälligkeitsfallen im Netz getappt. Er war eher das, was man in Abwandlung von Musils Romantitel den Mann mit Eigenschaften nennen konnte. Eine der hervorstechendsten war sein dialektisches Vermögen. Er war kein Meinungsverkäufer, sondern einer, der auch gegen die eigene Meinung denken konnte, der verschiedenste Meinungen denken konnte. Das war auch die Stärke seine Debattenportals Carta.info. Breite, Differenziertheit.

Die erste Begegnung fand zwei Wochen vorher statt. Im Berliner Funkhaus des Deutschlandradio. Kulturkampf um die Kohle war der Titel eines Online Talks zum Themenkomplex Paid Content, Kulturflatrate, Flattr und Co. Sein Auftritt war wie so viele. Neugierig, forschend. Treibend und manchmal getrieben. Die Debatte war dementsprechend lebhaft. Vor allem aber war sie glaubwürdig.

Wir hatten das Glück, ihn noch einige weitere Male gewinnen zu können. Als das amerikanische Debattenblog Huffington Post an AOL verkauft wurde, kursierten im Netz schnell hämische Kommentare. Robin Meyer-Lucht kommentierte auf DRadio Wissen. Und stellte sich dem Meinungsmainstream entgegen. Für ihn war die Kombination von AOL und Huffington Post prototypisch für ein neues Verlagskonzept im 21. Jahrhundert. Die Erfahrung mit Carta hatte ihn zum Realisten gemacht. Ohne ihm seine Unabhängigkeit als Verleger zu nehmen. Ein neues journalistisches Format wie die Huffington Post oder eben Carta in Deutschland braucht starke Partner – diese Erkenntnis manifestierte sich spätestens im Sommer 2011. Carta legte eine Pause ein. Auf unbestimmte Zeit. Kein Medienhaus, keine Stiftung und kein Sponsor hatte die Chance erkannt, die Carta darstellte. Und die Notwendigkeit. Aus heutiger Sicht ist das um so erschütternder, da ein Charakter verloren gegangen ist, der bereit war, ein derartiges Projekt über Jahre engagiert voranzutreiben. Ohne den finanziellen Gewinn als Leitmotiv zu verfolgen.

Was am Ende, bleibt sind Worte. Die gesprochenen und geschriebenen des Verstorbenen, die Zitate und die Nachrufe der anderen. Bei deren Abfassung beschleicht die Autoren immer das Gefühl der Ungenauigkeit. Aber wie soll man einem Menschen auch gerecht werden? Zumal, wenn man ihn nur aus beruflichen Kontexten und kurzen Begegnungen kannte. Vielleicht jedoch können die angesprochenen Zitate mehr erzählen, als all die weitschweifenden Erinnerungen. Deshalb am Schluss eines, dass der Berliner Blogger Jens Best kurz nach Bekanntwerden des Todes von Robin Meyer-Lucht über Twitter verschickte. Es sagt viel über Robin Meyer-Luchts Grundhaltung. “Wer im Internet surft, hat immer eine Frage.”

Einer wird leider keine Fragen mehr stellen – einer der wichtigsten Fragesteller im deutschsprachigen Netz. Viel zu jung, mit gerade mal 38 Jahren haben wir ihn verloren. Robin Meyer-Lucht, der Mann mit Eigenschaften, der wie Musils Roman ein Unvollendeter bleiben wird.

Markus Heidmeier

Foto: Von re:publica auf Flickr unter CC

P.S.: Hier noch der angesprochene Netzkommentar:

Kategorien: Allgemein, Portrait

Tags: , ,

Besser spät als nie. Die Wheelmap – das Stück der Woche (der letzten…)

Publiziert am 21.06.2011 von netzreporter

Symbol eines Rollstuhlfahrers darunter steht: Accessible Entry
(Wisconsin Evangelical Lutheran Synod | Flickr | CC BY-NC 2.0)

Die Wheelmap – Onlinekarte für rollstuhlgerechte Orte. Der selbst an der Glasknochenkrankheit leidende Raoul Krauthausen arbeitet mit seinem Projekt Sozialhelden e.V. an einer Straßenkarte für Rollstuhlfahrer. Crosspost von Dradio Wissen.

Das Wort von der mobilen Gesellschaft macht gerne die Runde. Allerdings machen Rollstuhlfahrer in Deutschland tagtäglich fundamental andere Erfahrungen. Sie stoßen überall auf Barrieren. Die Wheelmap will dafür sorgen, dass sich Rollstuhlfahrer informieren können, welche Orte barrierefrei sind. Jeder kann in der interaktiven Karte eintragen, ob Banken, Restaurants, U-Bahnhöfe oder Theater gut zugänglich sind. Mit einer App kann man auch schnell unterwegs erkennen, ob der gesuchte Ort rollstuhlgerecht ist. Die Sozialhelden haben für das Projekt bereits den Deutschen Bürgerpreises gewonnen und stoßen auf großes öffentliches Interesse. Und verfügen natürlich längst über einen eigenen YouTube-Kanal.

Kategorien: Kurzrezension, Minifeuilleton, Portrait

Tags: , , ,

On

Publiziert am 05.04.2011 von admin

Es geht los. Hier bloggt ab sofort das NETZ.REPORTER-Team. Neben den Stücken der Woche und den Netzkommentaren, wird es hier zukünftig auch Liveberichterstattung von Konferenz und Camps geben.

Den Anfang macht ordnungsgemäß die re:publica XI. Aber gleichzeitig werden wir auch von der Konferenz Digital Memory on the Net berichten.

Kategorien: Allgemein, Exotisches, Glosse, Kurzrezension, Mikroessay, Minifeuilleton, NETZ.KOMMENTAR, Netzpolitik, Online Talk / NR-XL, Portrait, Social Media, Technik

Tags: , ,

Innenansichten aus dem Einkaufscenter

Publiziert am 06.10.2010 von netzreporter

Die interaktiven Filme des Medienkünstler Florian Thalhofer.

Der NETZ.REPORTER der Woche von Tobias Lenartz.

Noch beherrscht der linear erzählte Filme das Kino. Die Liebe des Lebens. Der plötzliche Tod des Freundes. Die Rettung der Welt vor Gangstern, feindlichen Agenten oder finsteren Aliens.

Das sind bisher die üblichen Themen filmischer Erzählungen inklusive Happy End oder tragischem Schluß. Das Netz aber braucht andere Erzählformen. Die nicht linearen Filme des Medienkünstlers Florian Thalhof sind eine solche narrative Alternative. Sie behandeln zum Beispiel das Innenleben von Einkaufscentern. Korsakow nennt er sein Narrationsmethode. Die NetzReporter haben sich ins Laptopkino begeben.

Crosspost von dradiowissen.de

Kategorien: Exotisches, Minifeuilleton, Portrait, Social Media

Tags: , , ,