Ein Video, das kopftuchtragende Hipster zeigt, hat im Netz Debatten ausgelöst. Sie albern gemeinsam herum, fahren mit High Heels auf Skateboards, machen Sport, tragen Sonnenbrillen in Herzchenform – und Kopftuch. Ein kurzer Youtube-Clip zu einem Track von Rapper Jay-Z hat in den USA hitzige Internet-Diskussionen über ein neues Phänomen ausgelöst: die “Mipsterz”. Diese jungen muslimischen Hipster haben keine Lust mehr auf Fremdzuschreibungen, sondern wollen medial in all der Vielfalt repräsentiert werden, die sie täglich um sich herum wahrnehmen. Und davon sind die “Hijabistas”, die modebegeisterten Kopftuchträgerinnen, eben auch ein Teil. 

Aus dem Video "Somewhere In America" von den MIPSTERZ (Sheikh Bake | Youtube Screenshot DRadio Wissen)

Aus dem Video “Somewhere In America” von den MIPSTERZ (Sheikh Bake | Youtube Screenshot DRadio Wissen)

(Musik: „Somewhere in America“ von Jay-Z anspielen, vielleicht noch ausgelassenes Frauenlachen dazu)

Sie fahren Skateboard auf Stöckelschuhen, albern gemeinsam in Parks herum und sind vor allem eines: topmodisch gekleidet. Typische amerikanische Hipster in engen Hosen also, die ein neues Video auf Youtube zeigt. Die Musik dazu kommt von Beyoncés Ehemann Jay-Z; „Somewhere in America“. Doch dass der Clip von den vergnügten jungen Frauen mittlerweile x-fach angeklickt, geteilt und im Netz heiß debattiert wurde, hat einen ganz besonderen Grund: Alle der gezeigten Frauen tragen Kopftuch. Bunt, schwarz, gemustert, lose nach hinten geschoben, im Nacken geknotet oder unter dem Kinn festgezurrt.

„Mipsterz“ wurde diese neue Jugendbewegung der „muslimischen Hipster“ bereits getauft, und im Internet ist der harmlose Kurzfilm zu einem Ausgangspunkt intensiver Diskussionen geworden.

Eine der Macherinnen des Videos, Sara Aghajanian, betont, man habe die Vielfalt muslimischer Frauen zeigen wollen. Dabei wird an vielen Stellen genau das Fehlen jener Vielfalt moniert – nicht alle Kopftuchträgerinnen seien jung, hip und modisch, und wollten es auch gar nicht sein.

Doch die wachsende Zahl von Blogs oder Facebook-Seiten zu Themen wie „Hijabi Fashion“, kopftuchtragende Popstars wie Yuna oder Buchveröffentlichungen zum Thema „Inventing the Muslim Cool“ zeigen: das Bild vom Kultur-, Genuss- und vor allem West-feindlichen Moslem nervt viele junge Gläubige. Und so finden sie nun eben eigene Wege, sich selbst darzustellen. Zum Beispiel mit Kopftuch und Stöckelschuh auf dem Skateboard.

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