“Wenn du skatest, tust du dir nur weh!” oder “Warum blätterst du nicht mal durch einen Barbiekatalog? Das ist doch eher was für dich“. Mit solchen Sprüchen müssen sich Skateboarderinnen auch im Jahr 2013 noch herumschlagen. Damit das nicht bis zum St. Nimmerleinstag so bleibt, haben Anna Groß und Stefanie Ritter die Ergebnisse einer Berliner Ausstellung zum Thema “Girls Skate History” in eine Website überführt. Dort gibt es alles von absurdesten Werbesujets – was haben ein Panda und ein Mädchen in Unterwäsche mit Skateboards zu tun? –  bis zu handfesten Ideen, wie es besser geht: mehr Raum für weibliche Vorbilder!

Ein Fuß auf einem Skatenboard, bei der Fahrt von oben fotografiert.
Eigentlich geht’s doch nur ums Skaten? Aber Skateboarderinnen müssen sich auch immer wieder sexistische Sprüche anhören. (Dave Young | Flickr | CC BY 2.0)(Geräuschideen: kratzendes Skateboard, Hinfallen, männlicher Aufschrei)

„Benutzt du Tampons oder Slipeinlagen beim Skaten?“ „Warum blätterst du nicht mal durch einen Barbiekatalog? Das ist doch eher was für dich“ oder „Du bist eine Schande für die Skateboardszene“.

Was nach schlechten Witzen klingt, sind die wenig subtilen Bemerkungen, auf die sich Mädchen auch heute noch gefasst machen müssen, wenn sie in die Jungsdomäne Skateboard eindringen. Doch zum Glück lassen sich nicht alle davon einschüchtern. Im Rahmen des Berliner-„SUCK MY TRUCKS”-All-Girls-Skate-Contest“ entstand eine Ausstellung, die die Geschichte von Frauen in diesem Sport dokumentiert: die „Girls Skate History“. Zwei der Organisatorinnen, Anna Groß und Stefanie Ritter, haben nun aus den gesammelten Erfahrungen, Bildern und Fakten eine Website gebastelt.

Manche der Beispiele sind so absurd, dass das Lachen im Halse stecken bleibt: Da wirbt eine spärlich bekleidete junge Frau in „Hündchenstellung“ für ein mit einem Pandabär bedrucktes Skateboard, das sinnlos über ihren Waden liegt. Wie der Zusammenhang zwischen trägem Panda und sexuell aufreizender Frauendarstellung hergestellt werden soll, bleibt wohl der regen Jungsfantasie überlassen.

Und auch die Preisgelder für Frauen auf Contests machen meist nur ein Viertel der Beträge für Männer aus. Doch trotz teilweise niederschmetternder Zahlen soll die Website Mut machen. Mit handfesten Anregungen möchten die Initiatorinnen nichts weniger als das „Rad neu erfinden“: Wenn mehr über Skaterinnen berichtet werde, existierten mehr Vorbilder für junge Mädchen, die sich dann auch für den Sport begeisterten – und immer so weiter.

Nun denn, ein Anfang ist gemacht – skatet los, ihr sportlichen Anti-Barbies!

http://suckmytrucks.de/WomenAndTheSkateboardBusiness/