Der Netzreporter hatte ein paar Glühwein zu viel und erblickte prompt Guttenberg in Nordkorea.

Dass Kim Jong-un und Karl Theodor zu Guttenberg sich gut verstehen, liegt nicht nur daran, dass ihre Namen beide aus drei Wörtern bestehen. Es steckt mehr dahinter: Dank Kim Jong Un darf zu Guttenberg jetzt nämlich auch ein klein wenig Diktator spielen - als Internet-Beauftragter. Von seiner dunklen Vergangenheit weiß in Nordkorea schließlich niemand – dank abgekapptem Internet.

Nun unterstellt ihm jemand aus den USA aber, mal wieder abgekupfert zu haben und wir stehen mal wieder vor dem dritten Weltkrieg - meint Sönke Sonnenschein.

Karl-Theodor mal wieder im Einsatz. (Foto: Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen. | Flickr | CC BY-ND 2.0)

Skript:

Im World Wide Web herrscht der blanke Kolonialismus. Der reiche Teil der Welt produziert die Inhalte, und die Armen schauen nur ins Netz. Laut einer Studie der Uni Oxford kommen in den USA auf eine Webseite 3 Menschen, in einem Land wie China hingegen lautet das Verhältnis 1:40. Es ist zum Heulen.

Doch einer will sich damit nicht abfinden, und zwar der hier: (Ausschnitt aus Rede von Kim Jong Un, danach nordkoreanische  Nationalhymne)

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un hat ein verrücktes Ziel. In nur drei Monaten soll jeder seiner Landsleute ein eigenes Blog haben. Experten bezweifeln allerdings, dass der Drei-Monats-Plan realistisch ist, in einem Land wie Nordkorea.

(weiblicher Gesang von nordkoreanischem Lied) Doch neueste Enthüllungen zeigen: der große Diktator hat eine Geheimwaffe. Nordkorea hat seit kurzem einen neuen Internet-Beauftragten: (Plattenkratzer) Karl-Theodor zu Guttenberg, und allen noch bekannt als KTG. (Hitler sagt Nein, Ausschnitt aus Inglorious Basterds)

Seit Wochen ruft er über den dortigen Staatsrundfunk die Nordkoreaner zum Bloggen auf. Und KTG vermeldet die ersten Erfolge. Mittlerweile kommen auf knapp 25 Millionen Einwohner schon 29 Millionen Blogs. Es gibt Blogs über über Katzen, über Gartenpflanzen, über kotzende Pferde und über Kneipen in … Texas. (“Yeehaw” vom reichen Texaner aus den Simpsons)

Die Welt staunt. Naja, bis gestern. (Tippen) Da hat ein Teenager in Texas ein paar Artikel bei Google Translate eingegeben und gemerkt: die ähneln seinem heimischen Lieblingsblog. Er hat seinen Verdacht mit der Welt geteilt: der deutsche Lügenbaron hat ganz einfach abgekupfert.

Kim Jong Un bezeichnet das als imperialistische Propaganda-Lüge und droht der USA mit Krieg – mal wieder. Der Jurist Guttenberg hingegen antwortet kühl, aber entschieden:

„Und dann muss man aufpassen, dass man nicht in den Bereich kommt, dass man in die üble Nachrede abdriftet oder ähnliches – und das wollen Sie ja sicher auch nicht.“ (“Publikum: Ah!”)

Klar doch, Karl-Theodor.