Eigenurin als medizinisches Allheilmittel hat innerhalb der letzten Jahre ziemlich an gutem Ruf verloren. Das soll jetzt wieder umgedreht werden – mithilfe von urinbetriebenen Robotern.

Was früher gegen Akne half und heute vor allem ins Klo gespült wird, soll morgen sogenannte Öko-Roboter antreiben. Britische Wissenschaftler haben nämlich einen biomechanischen Generator nach Vorbild des menschlichen Herzens entwickelt, der statt Blut Urin pumpt, das dann von Bakterien in Strom umgewandelt wird.

Urin als Treibstoff? Das wäre Gold wert… (Maja Dumat | Flickr CC-BY 2.0)

Skript:

(Pinkeln, Schlürfen) Eigenurintheraphie galt Mitte der 90er als Nonplusultra in Sachen Alternativmedizin. Eben noch Bä-Bä, jetzt schon Allheilmittel gegen Akne, Arthrose, Allergien oder Zellulite. Wegen der gewöhnungsbedürftigen Therapiepraxis wird der „besondere Saft“ mittlerweile wieder vor allem ins Klo gespült. (Spülung)

Aber der große Traum von der Zweitverwertung unserer Ausscheidungsprodukte wird wohl demnächst Wirklichkeit. Unsere Reststoffe werden zum Treibstoff für Roboter.

(Werkstattgeräusche) Wissenschaftler des Bristol Robotics Laboratory tüfteln seit nunmehr 10 Jahren an diversen Generationen sogenannter Öko-Roboter.

Die waren bislang auf Jauche, Abwasser, faules Obst oder tote Fliegen spezialisiert. Doch die zähe Biomasse stellte die mechanischen Pumpen immer wieder vor Herausforderungen. Deshalb setzt der aktuelle Eco-Bot auf Urin. Das ist schön flüssig und eine super Energiequelle. Um den Treibstofftansport zu optimieren bekamen die Eco-Bots nun ein biomechanisches Herz verpasst. (Pumpen) Mit muskelartigen Kontraktionen pumpt das den besonderen Saft in mikrobielle Brennstoffzellen. Dort verwandeln fleißige Mikroben Pipi in Strom und Kohlendioxid.

(Elekrizitätsbrizzeln) Als akkuunabhängige Kontroll- und Messeinheiten sollen die Ökoroboter etwa in verseuchten Gebieten nach dem Rechten sehen – und sich selbstständig mit Treibstoff versorgen. (muh) Auf dem Land könnten sie die Abwässer von Bauernhöfen anzapfen. In der Stadt an öffentlichen Toiletten tanken. (Spülung)

Damit unsere elektronischen Katastrophenhelfer dann nicht auf verzweifelter Suche nach dem nächsten Urinal durch die Innenstädte irren – sind wir alle gefragt. Wir könnten schon mal damit anfangen, ihnen ein paar Reservekanister abzufüllen und vor die Garage zu stellen. Als persönlicher Beitrag zur Energiewende in der Robotik. (Roboterstimme “Energie”)

Links:

http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Urin_betriebenes_Roboterherz_1771015589397.html

http://de.engadget.com/2013/11/12/biomechanischer-urin-generator-soll-zukunftige-ecobots-mit-energ/

http://www.crackajack.de/2013/11/12/piss-powered-robot/

http://www.youtube.com/watch?v=3HYoq6vIVXc