Wie Instagram und Twitter Lebensmittelvergiftungen verhindern.

Wir alle kennen sie: Freundinnen und Freunde, die vor einem gemeinsamen Restaurantbesuch erst mal Yelp fragen, beim Betreten des Ladens bei Foursquare einchecken und das Essen – wenn es dann da ist – feierlich instagrammen.

Wartezeiten, Temperatur und Lebensmittelqualität werden selbstverständlich noch vor oder während des Essens getwittert. Bisher konnte man darüber nur den Kopf schütteln. Doch heute wissen wir: Diese Menschen arbeiten im Dienste der Wissenschaft – und gegen Magen-Darm-Grippen. 

Lecker war es. Schnell einen Tweet absetzen, dass man hier gut essen kann. (Alpha | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Skript:

(Restaurantgeräusche) Manche Menschen interessieren sich während eines Essens mehr dafür, Fotos ihrer Mahlzeit auf sozialen Medien zu teilen als ihre Gedanken mit ihrem Gegenüber. (Kameraknipsen) Das mag man verwunderlich empfinden oder zumindest als „socially challenged“ – doch nun wissen wir: Sie tun das im Dienste der Wissenschaft! Sie denken an das große Ganze!

Denn ein Forscherteam der amerikanischen University of Rochester hat nEmesis entwickelt – in diesem Fall ist das keine Göttin des gerechten Zorns, sondern eine allwissende Anwendung. (Rechengeräusche) Sie zählt eins und eins bei Twitter zusammen – erst postet eine Person ihr Essens-Foto, aus dem auch der genaue Aufnahme-Ort hervorgeht, wenig später teilen sie der Öffentlichkeit mit, (Husten) dass sie „#Bauchschmerzen“ hatten oder sich „übergeben“ mussten. Teil drei: Listen der Lebensmittelaufsicht durchsehen. Die Forscher konnten da einen klaren Zusammenhang erkennen: Je mehr magenkranke Tweets es gab, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer schlechten Lebensmittelnote des Restaurants oder Imbisses.

(Restaurantgeräusche, Knipsen) Die Idee hat Potenzial: Mit solchen praktischen Twitter-Analysen könnte man ebenso gut eine App bauen, mit der sich ganz gezielt Restaurants mit Essens-Fotografierern vermeiden lassen. (Fangesänge im Stadion) Oder wenn während Fußball-Welt- und Europameisterschaften größere Teile der Bevölkerung dem Public-Viewing-Wahn verfallen, hilft mir die Abseits-App weiter. Sie macht zielsicher fußballfreie Zonen aus (Tür fällt zu) und serviert sie mir auf dem Silber-Tablett, äh, -Tablet.

Links:

https://www.rochester.edu/news/show.php?id=6882

http://www.wired.com/business/2013/10/tweetpoisoning/