Spion-Bügeleisen versus Spion-Stein: In Sachen Spionage versuchen die Geheimdienste sich gegenseitig zu übertrumpfen.

Nachdem Russland kürzlich mit der Erfindung des Spionage-Bügeleisens für Aufsehen sorgte, legen die USA – versteht sich – nach.  Das war schließlich schon immer so. Und was Russland kann, kann die USA schon lange. Statt Bügeleisen und Wasserkocher nutzen die Vereinigten Staaten jetzt wieder Steine, um Feinde auszuspähen. Eine zündende Idee – und die ist gar nicht mal so neu.

Würden Sie diesem Stein trauen? Besser nicht! (John Van Atta | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

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In der NSA Zweigstelle am Brandenburger Tor herrscht Katerstimmung. Wegen der doofen diplomatischen Verwicklungen sind die Abhörantennen erstmal auf Stand-By. Zitternde Informationsjunkies auf Entzug hocken apathisch um einen Konferenztisch. Plötzlich hebt einer den Kopf und ruft triumphierend: Steine!

Wie Steine? Klar als schweres Kriegsgerät sind die Dinger aus der Mode. Aber als Tarnmantel für Spionagetools ist der unauffällige Bodenbelag bestens geeignet.

(psst) 2006 ließ sich der britische Geheimdienst in Moskau mit einem trojanischen Stein erwischen. Der Plastikbrocken diente als toter Briefkasten der hochtechnisierten Art. (Datensignale) Mit Minicomputern ausgerüstete Agenten konnten darüber Daten empfangen und austauschen.

Während Russland sich auf Bügeleisenspionage konzentriert, haben Überwachungssteine in den USA Tradition. Schon in Vietnam und im Irak dienten getarnte Sensoren dazu Feindbewegungen aufzuspüren. Blöderweise hatten die noch etwa die Größe von Sofakissen und die Lebensdauer von Stubenfliegen.

(Funksignale, Piepsen) Dank verbesserter Technik haben US-Rüstungstechnologiefirmen wie Lockheed Martin die trojanischen Steine nun auf Faustgröße geschrumpft. Solarzelle sorgen für Energie und lange Lebensdauer, Algorithmen für weniger Fehlalarme.

Ausgestattet mit Geräusch- und Bewegungsmeldern sollen sie etwa in afghanischen Bergen als Frühwarnsystem, oder zur Kontrolle von Brücken und Pipelines dienen. In den USA ist die Spur der Steine schon ausgelegt. An der mexikanischen Grenze helfen sie die illegale Einreise ins Land der Freien zu verhindern.

Aber mit amerikanischer Innovationsfreude müssten sich doch auch andere Antennen in den trojanischen Steinen unterbringen lassen. Um den Regierungsvierteln Europas ein sendefähiges Pflaster zu spendieren. Beispielsweise im Innenhof des Kanzleramts. Da gibt es doch diesen hübschen Steingarten.

Links:

http://www.wired.com/dangerroom/2012/05/spy-rock/#slideid-121971

http://www.wired.com/dangerroom/2013/10/spy-rocks/

http://www.spiegel.de/politik/ausland/vorwurf-von-2006-briten-geben-einsatz-von-spionage-stein-zu-a-810208.html

http://www.wired.com/threatlevel/2013/09/nsa-stalking/

http://www.youtube.com/watch?v=MHsLdYIqsD4#t=45