Liebesbotschaften per Klopfzeichen übermitteln.

Die letzten einsamen Momente unseres hektischen Lebens könnten bald im dumpfen Rumoren zahlreicher Mikromotoren ersaufen. Das ‘TapTap Touch Vibration Wristband’ gibt dem Lebensabschnittspartner die Möglichkeit, sich jederzeit mit Klopfzeichen am Handgelenk des anderen zu melden. 

Liebesbotschaft ohne umständliche Liebesschwüre

Ein Sensor registriert die eigenen Klopfzeichen am Armband; ein kleiner Motor übersetzt sie beim Partner zurück in die Realität. Und umgekehrt. ‘Streicheln’ nennen die Entwickler diese plumpe Stimulation. Sie soll sagen: Ich hab dich gern, ohne umständlich Liebesschwüre ins Smartphone zu hacken. Endlich entwickelt das Internet eine für alle erfahrbare haptische Komponente.

Wenn das Armband eine Nachricht vom Liebsten übermittelt: Tap, tap, ich hab dich lieb. (Pressefoto: Woodenshark | Kickstarter)

Skript:

(Vibration) Schon wieder klopft es am Handgelenk. Ein Mikromotor lässt das Armband vibrieren. Für andere kaum wahrnehmbar. Wie die Berührung eines fremden Beins unterm Kneipentisch. (Kichern, Vibrieren) Das „TapTap Touch Vibration Wristband“ wurde von romantischen Tüftlern aus Russland entwickelt: Für verliebte Turteltauben. (Harfenspiel) Wer an den anderen denkt, muss nur den integrierten Touchpad berühren. Und schon rappelt ein Motörchen im Armband des Partners. Übertragen werden die Klopfzeichen mit dem Smartphone – in zwei Stärken: sanft (brr) und brachial (BRR). Letzteres imitiert Männer. Mit gestörter Feinmotorik.

Der Preis  für die digitale Fessel?  130 Euro. Und ständiger Streichelalarm am Handgelenk – auch an bisher sicher geglaubten Zufluchtsstätten: bei der Arbeit,  in düsteren Hobbykellern,  auf dem Klo. Alexey Dolgushin findet sein Projekt steil.

“Das wird zu Eurer Geheimsprache. Wenn ihr sagen wollt: Ich vermisse dich. Oder ich liebe Dich. Ihr könnt ein geheimes Universum kreieren, einen geheimen Ort für euch – egal wie weit ihr entfernt seid voneinander.”

Das Netz wird haptisch. Das sensitive Armband ist nur die Vorstufe zur berührungslosen Zweisamkeit. Über Kontinente hinweg: (E-Gitarrenspiel) Taktile Ganzkörperanzüge könnten so bald unsere Bewegungen digitalisieren und an hormondurchflutete Empfänger senden. Irgendwo in der Welt. Montreal. Mailand. Melbourne. Memmingen.

Geschlechtskrankheiten? Übervölkerung? Mundgeruch? Epochalen Problemen wird so das Bedrohungsszenario genommen. Konsequenter Verzicht auf direkten Körperkontakt ist zudem gut für die Umwelt. Nie wieder Zeit im Flugzeug oder in der Straßenbahn vertrödeln – um den anderen zu sehen. Für digitale Zweisamkeit müssen wir bald nicht mal mehr das Haus zu verlassen. Puschen und Hausanzüge – sie leben hoch!

Link zum Kickstarter-Projekt