Warum bügeln in Russland gefährlich sein könnte.

Ohne Haushaltsgeräte läuft im modernen Spionage-Biz nichts. In Russland weiß man das. In China auch. In russische Haushaltsgeräte eingepflanzte Spionage-Chips infizieren Computer in ihrem Umfeld mit PC-Viren – via WLAN! Wir fragen uns: Verspielt die NSA hier leichtfertig ihre Führungsrolle?

Er ahnt nichts und bügelt fröhlich lächelnd: Sein Bügeleisen könnte ein russischer Spion sein! (dpa)

(Tippgeräusche) Eines muss man wirklich anerkennen: Die USA legen gerade eine richtig heiße Sohle aufs globale Parkett. Einen Tanz, ach was, eine ganze Genese in Manier eines Karate-Films der Neunziger. (ki-yah) Vom Loser (“Wer wird Millionär?”-Verlierermelodie) zum Knochenbrecher. Wir erinnern uns: Immobilienblase. (plop) Lehman-Brothers. Tea-Party-Bewegung. Ach ja, Detroit. (Autohupe)

Edward Snowden brauchte nur noch das Licht ausmachen. (Lichtschalter kippt) Aber das ging dramaturgisch und tatsächlich voll nach hinten los. Denn mit jedem neuen Schmankerl der NSA wächst nun wieder der Respekt. Die USA sind wieder wer.

Aber so viel die NSA auch hackt und horcht; es gibt da ein Land, dem ist traditionell egal, was alle machen. In Russland löst man die Dinge jedenfalls anders. (“Kalinka”) Was nun der Sender Rossiya 24 verkündet hat, lässt die NSA wie ein Rudel Welpen dastehen. In Russland haben Techniker Spionage-Chips in Bügeleisen entdeckt. Und in Wasserkochern.

Natürlich kommt diese Geschichte aus Russland. Trotzdem fragt man sich: Was wollen die Russen denn mit Spionage-Chips in Bügeleisen? Welche Informationen gibt es da zu holen?

Ganz einfach. Da gibt’s nichts zu holen. Aber die Bügeleisen, genauso wie übrigens die Wasserkocher, infizieren Computer in ihrem Umgeld. Es braucht dazu nur ein ungesichertes WLAN. Mehr Details wussten auch die Leute von Rossiya 24 nicht. Nur so viel, dass die Chips selbst aus China kommen. In der Geschichte ist also noch mehr Würze.

Die NSA bleibt nach diesem Spionage-Clou nur die Flucht nach vorn. Das bedeutet vor allem: Es wird in den nächsten Wochen noch mehr Enthüllungen geben.