Von Fachliteratur bis Kochzutaten – ein luftiger Lieferservice für Gestresste.

Vergessene Zutaten für das Abendessen können mittelschwere Familienkrisen auslösen. Noch. In Zukunft wird das kein Problem mehr sein. In Minutenschnelle können Waren bald zum Kunden geflogen werden – von Drohnen. Im März startet in Australien der erste Feldversuch, vorerst mit Büchern für Universitätsstudenten.

Als eines der wenigen Länder hat die australische Regierung ihre Hausaufgaben rechtzeitig gemacht und den Verkehr von unbemannten Flugobjekten rechtlich geregelt. In den Staaten wird es wohl erst in zwei Jahren soweit sein. In der Zwischenzeit will ein australisches Startup die Technik perfektionieren und damit die Welt erobern: Die Zustellung erfolgt automatisiert und kostengünstig mit geringem Personaleinsatz. Drohnenpiloten, wie im Krieg, gibt es nicht.

Eine Mini-Drohne liefert Fachbücher für gestresste Studenten und fehlende Zutaten fürs Abendessen (dpa/picture alliance (Peter Steffen))

(Rotorengeräusche) Eine umgedrehte Salatschüssel schwebt über Matthew Sweeneys Kopf: Sechs brummende Rotoren umkränzen den fliegenden Wok. Das Gefährt sieht nach Marke Eigenbau aus: Doch damit will der Australier das milliardenschwere Logistikgewerbe dieser Welt aufmischen. (Mann hechelt außer Atem) Keine teuren, schwitzenden menschlichen Zusteller sollen mehr Waren ausliefern – sondern billige Drohnen. Innerhalb weniger Minuten nach dem Bestellen. Schneller ist nur Beamen. Oder Apparieren.

Versuchskaninchen für eine erste logistische Nutzung von Drohnen – weltweit – sind australische Studenten. (psst) Bibliotheksmuffeln will der Buchhändler Zookal Mietbücher liefern. Gegen Gebühr. (Rotorengeräusche) Allerdings nicht an eine festgelegte Adresse. Stattdessen wird das Smartphone des Empfängers geortet. Über GPS. (Fallgeräusch) Im Freien seilen die wackeligen Drohnen dann ihre Fracht ab. (Paket landet) Am Strand. Im Biergarten. Vor der Haustür.

Startupgründer Sweeney: “Die australische Luftfahrtbehörde hat als erste unbemannte Flugobjekte zugelassen. Wir haben die fantastische Möglichkeit, diese Technologie hier zu entwickeln und weltweit zu exportieren.”

(woosh) Das Internet hat unseren kollektiven Kaufrausch revolutioniert. Die Auslieferung jedoch blieb schnarchig im technologischen Gestern hängen. (heiseres Lachen) Das soll sich ändern. Auch in Afrika: Wo es keine Straßen gibt, fliegen bald schon Drohnen hin.

(RotorengeräuscheFallgeräusche, Pakete landen) Prothesenhaftcreme. Ringelsocken. Rostbratwürste. Transportdrohnen schaffen auch für uns bald alles herbei. In Minuten. Und entlasten vom Verkehrsinfarkt bedrohte Innenstädte. So werden sie zu pflegeleichten Nutztieren. Und machen ihrem Namen alle Ehre: (Drohnenschwirren) Für bequeme Stubenhocker können sie auch Pantoffeln, Chips und Zeitungen apportieren. Zwar ohne Kuschelfaktor. Dafür zielsicher. Ohne Rumgesabber. Und ständig Gassi gehen wollen sie auch nicht.

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https://vimeo.com/76606906