Essen bestellen bedeutet Krieg!

Das Internet macht das Leben einfach: Sonntagsabends beim ersten Magenknurren den Browser öffnen, ein bisschen klicken, scrollen, tippen und passend zur Tagesschau hat man ein dampfendes Gericht seiner Wahl auf dem Tisch. Indisch, Vietnamesisch, Italienisch, Mexikanisch – all das ist innerhalb einer halben Stunde bestell- und essbereit.

Hauen und Stechen um die Kunden

Doch: Im Internet des Essens herrscht Krieg. Die drei größten Lieferdienste buhlen um die Aufmerksamkeit ihrer Kundinnen und Kunden. Was klein begann, ist mittlerweile zu einem kaltblütigen Streit avanciert, unter dem vor allem einer leidet: der nette Bistrobesitzer um die Ecke.

Fastfood ist Krieg! (azizul hadi | Flickr | CC BY-NC 2.0)

(Musik: “I am a pizza …”) Für anspruchslose Kochverweigerer ist das Internet ein Paradies: ein paar Klicks, und es ist da, das billige Fastfood vom Bistro um die Ecke.

Die heilige Dreifaltigkeit der Lieferdienste macht’s möglich: Der Dinosaurier Pizza.de ist am längsten im Geschäft und schon ein bisschen lahm, Emporkömmling Lieferheld dagegen ist jung (ding dong “Pizza ist da”) und kämpft mit allen Mitteln und Lieferando ist der Seriöse unter den Bringdiensten: Kein Pizza essender Smiley auf der Website, kein liefernder Superheld, sondern Postleitzahlen über Postleitzahlen (Zahlenreihe aufgezählt).

Onlinebestellung von Essen boomt. Und weil auf dem Markt so viel Geld zu holen ist, bekämpfen die drei Marktführer einander erbittert: (Cartoonkampfgeräusche) Bisher gab es vor allem Anzeigen wegen abgeschriebener Speisekarten, Geheule aufgrund frech kopierter Webseitendesigns und sogar eine Razzia wegen Computer-Sabotage.

Nun aber geht der Kampf in eine noch heißere Phase: Pizza.de hat eine Gang rumänischer Hacker beauftragt, die auf der Website von Lieferheld das Wort  Hänchenfleisch ersetzten – durch „Menschenfleisch“ (kreisch).

Lieferando hingegen war kürzlich verdächtigt worden (fieses Gelächter), einigen Händlern, die nur mit Lieferheld kooperieren, Fingernägel und Plastikstücke ins Mehl zu mischen. Zahlreiche treue Kunden wechselten zurück zu pizza.de.

Und Lieferheld? Die werden von pizza.de verdächtigt (fieses Gelächter), die Fahrzeuge der Bistros zu beschädigen, die mit pizza.de kooperieren. Der Kampf um die Kunden kennt keine Moral. Und macht auch vor dem netten Pizza-Bäcker ums Eck nicht Halt.

Eigentlich bleibt da nur eines: selbst vor die Tür gehen und das Essen holen. Vielleicht aber auch einfach mal wieder kochen, so ganz klassisch, mit viel Zeit, viel Liebe und – Kartoffeln! (Alfredissimo: „Aaah, das hat schon was, ist schon was, nicht?“)