Die Schauspielerin Azie Mira Dungey verarbeitet ihren ehemaligen Nebenjob in einer Webserie.

Die Schauspielerin Azie Mira Dungey verdiente sich während ihrer Ausbildung als Historiendarstellerin ihr Geld dazu. Ihr Job: Sklavin spielen. In Mount Vernon, George Washingtons ehemaligem Landsitz in Virginia stellte sie sich den Fragen ahnungsloser und teilweise auch einfach nur rassistischer Tourist_innen. Die bizarrsten davon bringt sie in der neuen Webserie “Ask a slave” unter.

Azie Mira Dungey in ihrer Rolle als Hausmädchen bei George Washington. (askaslave.com)

(Militärtrommeln) „Wie sind sie eigentlich Sklavin geworden? Können Sie befördert werden? Sind Sie in einer Gewerkschaft?“ Diese und andere haarsträubend bescheuerte Fragen von ahnungslosen Touristen anzuhören, war Azie Mira Dungeys Job. (“Good day t’you, Lord and Ladies.“) Während ihres Studiums arbeitete die Schauspielerin als Historiendarstellerin in Mount Vernon, George Washingtons ehemaligem Landsitz in Virginia – wo sie eine seiner Sklavinnen spielte. (“I’m Lizzie Mae …“)

Ihre späte Rache nimmt Dungey jetzt mit der Web-Serie „Ask A Slave“. (Militärtrommeln) Als Lizzie Mae, fiktives Hausmädchen der Washingtons, beantwortet sie darin die bizarrsten und dümmsten Fragen, die ihr in den letzten Jahren gestellt wurden. Einige davon sind einfach nur absurd  andere so offen rassistisch, dass man sich entsetzt an der Tastatur festkrallt. So meint ein Peter Mencken aus St. Louis: „Ehrlich gesagt war Sklaverei doch gar nicht so schlimm, oder?“ Ein anderer erklärt: „Es gab aber auch weiße Sklaven“.

Man will  hoffen, das sei ausgedacht. Aber die Fragen – so beteuert Dungey – sind alle echt. Dass dieser geballte Rassismus nicht nur zum Heulen, sondern zugleich brüllend komisch ist, ist allein Dungeys überragendem komödiantischem Talent zu verdanken. (Militärflötenspiel) „Wie ich Sklavin von George Washington geworden bin? Aber klar doch, ich habe einfach die Stellenausschreibung in der Zeitung gelesen. (Streicherspiel) Sie lautete: Gesucht, Hausmädchen, keine Bezahlung. Arbeitet 18 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, kein Urlaub. Und wenn du Glück hast, kannst du das Bastardkind eines berühmten weißen Mannes auf die Welt bringen. Das habe ich gelesen und gesagt: Da bin ich sofort dabei!“