Daten in sozialen Netzwerken verbummeln? Das war gestern. Mit Handshake und Enliken könnt ihr eure Daten von nun an selbst verticken.

Die beiden Start-ups sammeln persönliche Daten - wie alle anderen auch. Doch mit einem wichtigen Unterschied: Sie zahlen dafür. Wir machen uns zwar trotzdem nackig, entscheiden aber selbst für wen und kassieren auch noch Geld dafür. Ist das die digitale Ermächtigung?

Im Netz gründen sich Marktplätze für persönliche Daten. (Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

‘Datenschutz ist für uns sehr wichtig. Wir behandeln Ihre Informationen, die Sie an uns übermitteln, immer vertraulich und werden diese selbstverständlich niemals verkaufen, vermieten oder in sonstiger Weise Dritten zugänglich machen.’

Jaja, schonmal gehört oder in AGBs angelesen. Und alles richtig und gut. Fanden die zwei Unternehmen Handshake und Enliken auch (Harfenspiel) und werben nun mit Datenschutz-Slogans für ihre Idee.

Handshake? Enliken? Hm, klingt eher nach Facebook als nach Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. So ist es auch. Denn bei Handshake folgt nach der Zeile ‘deine Daten gehören dir’: (Plattenspieler Scratch) ‘Verkauf sie uns!’

Klingt erstmal absurd, ist aber nicht dumm. Millionen Nutzer verschenken in sozialen Netzwerken Tag für Tag ihre Daten. Für Umme. Facebook und Google kennen euch dadurch so genau (fieses Gelächter), dass sie mit Werbung gewaltigen Schotter machen. Handshake und Enliken wollen das ändern und euch zum selbstständigen Datenverkäufer machen. Das geht so:

Ihr erstellt mittels dutzender Fragen ein genaues Profil von euch. Handshake vermittelt diese Profile an Firmen. Wollen diese Firmen bestimmte Käufergruppen befragen, picken sie euch raus und schicken Fragebögen auf euer Handy. Die füllt ihr dann aus. (Kassenklingeln) Das Gute: Ihr wisst, welche Firma, wie lang eure Daten hat. Für das Ausfüllen der Fragebögen bekommt ihr Geld oder Geschenke, wie eine Flasche Wein. (plop)

Das Schöne am selbstständigen Datenverkaufen ist, dass ihr das Geld selbst einstreicht. Das Blöde aber, dass ihr noch immer eure persönlichen Daten verscherbelt. (“Wetten, dass …”-Wettenverlierermelodie).