Die private Organisation Mars One will 2023 die erste Kolonie auf dem Mars einrichten. Mehr als 200.000 Menschen haben sich auf einen Platz beworben. Viele scheinen dabei aber kaum zu bedenken, dass der Flug zum Mars durch den Verkauf von Fernsehrechten finanziert wird. Wer also auf den Mars fliehen will, um endlich mal seine Ruhe zu haben, ist hier an der falschen Adresse.

Auf zum Mars! Der Rote soll sich gefälligst kolonisieren lassen. (Nasa)
200.000 Menschen auf der Welt haben einen großen Traum. Endlich die olle Erde hinter sich lassen und auf dem Mars eine neue Heimat finden. Hier will die private Organisation Mars One in 10 Jahren die erste Kolonie errichten.

Die meisten Bewerber stammen aus den USA. Gefolgt von Indien und China. Deutschland liegt mit 2.200 Anwärtern auf Platz 19. Der Bundesbürger setzt wie seine Lieblingskanzlerin offenbar eher auf kurzfristige Pläne.

Nach weiteren Auswahlrunden sollen 2023 dann die ersten vier Teilnehmer ihr neues Zuhause
beziehen. Alle zwei Jahre eine weitere vierköpfige Crew folgen.

Die können dann nach Aliens Ausschau halten und den Fortbestand unserer unverzichtbaren Spezies sichern. Wem Bauarbeitcontainer zu weitläufig sind, auf Wasserspülung verzichten kann, aber dafür Windeln irgendwie sexy findet, der ist auf dem Mars genau richtig. Das ist echter Pioniergeist.

Rückflugtickets gibt es keine. Wegen der hohen Kosten und technischen Hürden: Für die Bewerber offenbar kein Problem. Logisch: In Zeiten unsicherer Renten muss man sich so um die Altersversorgung keine Gedanken machen.

Finanziert werden soll der Menschheitstraum mit dem Verkauf von Fernsehrechten: Liveübertragungen vom Mars-Flug und Kolonistenalltag sollen ein Millionenpublikum anziehen: Big Brother endlich in Outer Space. Ob die Marscontainerbewohner auch quotenträchtige Wettkämpfe austragen sollen, ist bislang noch nicht bekannt.

Aber natürlich gibt es auch Miesmacher. Experten zufolge ist nicht nur die blöde Protonenstrahlung der Sonne ein Problem. Auf dem 250 Tage dauernden Flug würde ein Mensch wahrscheinlich die Hälfte seiner Muskeln einbüßen. Ein 30-jähriger Astronaut also als 80-jähriger Weltraumgreis ankommen. Immerhin: Das beste Alter um sein Leben in Windeln zu beschließen.

Links:

http://futurezone.at/science/mars-one-lockt-ueber-200-000-bewerber-an/26.134.932

http://spaceindustrynews.com/final-mars-one-numbers-are-in-over-200000-people-have-applied/3926/

http://www.mars-one.com/en/

http://www.n-tv.de/wissen/One-Way-zum-Mars-wollen-viele-article11370006.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Mars_One

http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article119925872/200-000-Menschen-bereit-auf-dem-Mars-zu-sterben.html