Drohnen sind nicht nur Kriegsgerät oder Lieferservice. Sie können auch Leben retten.

 Per App wird der Defikopter gerufen, dann setzt sich die Drohne selbständig in Bewegung. (dpa)
Jetzt ist es so weit: Drohnen können nicht nur Afghanen abschießen, sie können auch Leben retten. Die deutsche non-profit-Organisation Definetz hat einen unbemannten Mini-Hubschrauber mit aufgeschnalltem Defibrillator entwickelt, also mit so einem Ding, wie man es aus amerikanischen Serien kennt: zwei Metallplatten, die man auf die Infarktbrust setzt, um das Herz per Elektrostarthilfe wieder anzusputteln. Im Fall von plötzlichem Herzklabaster kann die neue Lebensretterdrohne per App schnell vor Ort bestellt werden. Super Sache, vorausgesetzt jedenfalls, dass jemand in der Nähe ist, der einen Defibrillator bedienen kann, und dass man sich im 10-Kilometer-Umkreis einer Defibrillatordrohnenbodenstation befindet.

Das eröffnet jetzt aber auch ganz neue Perspektiven für die US-Army: in Zukunft könnte man den Drohnenschwärmen, die mit chirurgische Präzision Terroristen entfernen, immer noch einen kleinen Schwarm Sani-Drohnen hinterherschicken. Die können dann die Kollateralschäden wieder aufwischen, um einen einwandfrei politisch-korrekten und genferkonventionskompatiblen Kriegsschauplatz zu hinterlassen und Schadenersatzklagen vorzubeugen. Mit Defibrillatoren werden schnell die Herzinfarkte kuriert, die afghanische Großväter beim Anblick ihrer zerfetzten terroristischen Enkel erleiden, und eine Chirurgen-Drohne, die die Arme zerlegter Kinder wieder annäht, wird es bestimmt auch bald geben. Schöne neue Auslandseinsatzwelt. Und übrigens – wie steht’s eigentlich mit den Kardiowerten von Thomas de Maizière?

Links:

http://mashable.com/2013/09/02/drone-heart-attack/