Audio-visuelle Meditation mithilfe von Birdcams – das ist das ganz neue große Ding!

Vogelfreunde erfinden gerade das Nerdtum neu. Sie streamen Live-Bilder von Falken, Reihern und selbst Spatzen in den Äther. Mittlerweile schauen hunderte Menschen den Vögeln beim Brüten zu. Wir lernen dabei viel. Vor allem: Ein Plopp ist mehr als ein Geräusch – für viele ist er das Highlight dieses Sommers.

Das Bild zeigt die Nahaufnahme eines Uhus.

Uhu – jetzt auch per Birdcam live im Netz. (FurLined | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Skript

Neulich gab es an einem See in Ithaca im Bundesstaat New York ein Plopp. Dieses leicht knallende Geräusch an einem See in Ithaca im Bundesstaat New York wird unsere Welt nicht aus den Angeln heben. Hunderte Vogelfreunde taten jedoch solange kein Auge zu, bis sie das Rätsel des Plopps lösten.

Diese Menschen hörten wie eines Nachts das unausgebrütete Ei eines Kanadareihers platzte. Sie hörten das nicht etwa vor Ort, sondern im Livestream einer Nestkamera, Birdcam genannt.

Die Vogelfreunde lehren uns abgebrühten Netz-Artisten wieder Demut. Wir ahnen zwar: Der Nerdolymp ist auch mit diesem Kapitel noch nicht erreicht. Aber die edelsten Nerdstuben des Planeten, sie sind gerade ganz klar von Hobby-Ornithologen besetzt. Überall montieren sie Birdcams an Nester. In der Szene gehören mehrere Kamera-Perspektiven, ein Live-Chat und Zusammenschnitte der besten Momente längst zum Standard.

Es fühlt sich an wie audio-visuelle Meditation. Wer einmal die ersten Flugversuche eines Buntfalken gesehen hat, braucht nie wieder autogenes Training. Auch Kaminfeuer und Kerzenschein werden es in Zukunft schwer haben.

Lasst eure Freunde also nicht nach Indien reisen und im Ganges baden! Das heilige Om, ihr werdet es nur bei den Kanadareihern in Ithaca finden – und im Netz!