Eine Aussteigerin mitten in Deutschland

Heike Langenkamp wohnt allein in einem Wald in der Nähe von Lüneburg. Zusammen mit ihren Katzen, ihren Hühnern und einem Hundhat sie sich ein kleines Paradies aufgebaut. Über ihr abgeschiedenes Leben bloggt sie: “Die im Wald lebt” entführt in die Welt einer mitteleuropäischen Wald-Landschaft. Der einzige regelmäßige Besucher ist der Postbote. Einmal kam ein Fernsehteam vorbei, und auch der Netzreporter muss sie auf seiner digitalen Sommerreise ganz einfach besuchen.

Waldhaus.(flickr – Skley – CC BY-ND 2.0)

Skript

Nachts allein im Wald. Es ist dunkel. Überall Bäume, Wind und seltsame Geräusche. Da. Ein Knacken hinter mir. Ist mir ein Mörder gefolgt, oder ist es nur ein Tier? Schweißgebadet wache ich auf. Am nächsten Morgen bin ich gerädert und habe sogar Angst vorm Tag.

Wenn Heike Langenkamp aufwacht, ist die Welt in Ordnung

Heike schläft und wohnt allein in einem Wald in der Nähe von Lüneburg. Sie hat ein Holzhaus mit Garten, sie nennt es ihre „Villa Kunterbunt“.

„Das ist schön. Einfach nur so sein. Lesen. Hund, Katze und gut gehen lassen.“

Ihr Paradies teilt sie mit der Welt. Heike bloggt, fast jeden Tag schreibt sie etwas. „Die im Wald lebt“ heißt das Wald-Tagebuch. Meistens postet sie Aufnahmen von Planzen und Tieren: ihre Katzen, ihre Hunde, ihre Hühner. Eine Wildkamera fängt paparazziartige Schnappschüsse ein: ein Eichhörnchen schaut vorbei, ein Reh und ein Dachs. Und dann immer wieder der schöne, dunkelgrüne Wald.

Bald taucht die logischste aller Fragen auf: Wieso mache ich das nicht selbst? Aussteigen. Im Wald Ruhe und Zufriedenheit finden.

Ich finde keine Antwort. Wie die meisten Menschen bin ich gefangen im Würgegriff der Großstadt. Ich glaube, das alles zu brauchen: die vielen Menschen, die Termine, und die Geschwindigkeit.

Doch ich kann zurück. Heike Langenkamp sei Dank „Die im Wald lebt“ hat mir eine Welt geöffnet, die ich immer wieder betreten kann. Unergründlich, chaotisch, voller Leben und doch auch still.

„Hörst du was? Nein, nix. Gar nichts.“