Trucker sind in der Regel behäbige, eigenbrötlerische Männer in dicken Karren. Vielleicht. Aber wenn es um das gute Leben geht, können wir viel von ihnen lernen.

Roadtrip der anderen Art.(flickr – mueritz – CC BY-SA 2.0)

Die moderne Arbeitswelt ist ein einziges Fließband. Neuerdings Workflow genannt. Immer wieder müssen wir unsere Arbeit mit Maschinen optimieren. Truckerinnen haben das Prinzip Fließband einfach umgedreht. Sie sind selbst das Fließband. In Blogs erzählen sie von ihren Reisen.

Skript

Die Nahtod-Erfahrung unserer modernen Arbeitswelt ist das Fließband (ratterratter). Menschen sind daran gekettet, müssen maschinengleich funktionieren. Dicht auf das Fließband folgen Supervision (blablablubla) und Klausurstress (stöhn).

Wir haben so lala gelernt diese Bestien über Monate zu dulden. Kurz vor den Sommerferien pfeifen dann aber alle aus dem letzten Loch. Moderne Arbeiter sind in diesen Tagen emotional so ausgemergelt, dass selbst vermeintlich Banales zu Hysterie in Bürostuben führt. Etwa, wenn der erste Mai auf einen Freitag fällt.

Ganz anders Trucker. Diese Menschen haben sich inmitten ihrer Asphaltmonotonie Eigensinn und Nerdtum bewahrt. Not-Anker ist das Überholmanöver in Zeitlupe. Das ist Entschleunigung! Das ist gelebte Anarchie!

Wie müssen wir uns also einen Trucker kurz vor den Sommerferien vorstellen? Ungefähr so: https://www.youtube.com/watch?v=CVILsrgFE-s

„Ich war seit fast acht Stunden schon auf der Autobahn. War ganz kurz vor meinem Ziel und hielt mich mächtig ran. Die Sonne, sie stand schon sehr tief, als ich …“ (fade)

Das klingt ehrlich, das klingt romantisch, das klingt nach Kanal 1, 4 und Teddybär. Trucker taugen deshalb besonders gut als Projektionsfläche, die Autobahn als Tagtraum im Büro.

Das Netz bietet eine feine Auswahl an Trucker-Blogs. Oder genauer: Truckerinnen-Blogs. Denn die einsamen Wölfinnen schreiben mehr. Die Blogs von Gi-Gi Rox und Trucker-Kitty seien für die Seelenflucht empfohlen. Der A2-Blog ist für heimatverbundene User die richtige Wahl. Thomas Naumann bloggt dort über die Wege, die er tagtäglich zurücklegt, die Fahrzeuge, die er fährt und welche Musik er dabei am liebsten hört.

Aber – guess what – er hat gerade Urlaub.