Wieso US-Beamte nicht wissen sollen, was ansonsten jeder weiß.

Nichts Böses sehen und Reden nun schon gar nicht! (JaviC | flickr cc-by-nc-sa 2.0)

Die Sicherheits-Chefs des US-Senats und des Pentagons haben in einer Dienstanweisung klargestellt: ihre Mitarbeiter dürfen unter keinen Umständen die ehemals geheimen Dokumente über das Abhörprogramm Prism lesen oder downloaden. Das wirkt grenzdebil, da die Leaks eh jeder kennt und im Netz kaum ein Weg daran vorbeiführt.

Ein bisschen Küchenpsychologie führt hinter die wahren Gründe für das seltsame Verhalten: die Elite-Beamten befinden sich im Zustand der Regression, des Schock-bedingten Zurückfallens in kindliche Verhaltensmuster. Auch ganz kleine Kinder denken bekanntlich manchmal, dass „Augen zu“ die beste Strategie ist. Sigmund Freud lässt grüßen.

Skript

Unter Schock verhalten sich erwachsene Menschen mitunter seltsam.

Manche schreien herum und manche schluchzen verzweifelt. Ganz besonders sensible Persönchen reagieren mit kindlichen Verhaltensmustern. Regression nennen Psycho-Analytiker das, die zeitweise Rückverwandlung in den mentalen Zustand von Hosenscheißern.

Das Führungspersonal der USA führt gerade die ganze Bandbreite des Verhaltens vor. Der Auslöser: bekanntlich hat ein frecher Nerd ihr geheimes Abhör-Programm Prism aufgedeckt. Als Reaktion schimpfen die einen Amis wild drauf los.

Die anderen heulen rum, weil der Ruf der USA jetzt endgültig versaut ist.

Und schließlich verfallen einige auch in lupenreine Regression.

Die Sicherheits-Chefs des US-Senats und des Verteidigungsministeriums zum Beispiel. Die haben eine geradezu debile Order herausgegeben: die Mitarbeiter ihrer Behörden dürfen keinesfalls die Enthüllungs-Dokumente zu Prism lesen oder sie gar herunterladen. Auch wenn das alles im Netz steht, und es sowieso schon jeder weiß. Die bestechende Verwaltungs-Logik dahinter lautet: Was geheim ist, bleibt geheim, bis es offiziell für nicht mehr geheim erklärt wird.

Klar.

Das erinnert an kleine Kinder beim Versteck-Spielen. Die halten sich anfangs ganz einfach ihre Augen zu und denken: wenn ich nichts sehe, sieht mich auch die Welt nicht, und alles wird gut.

Ziemlich schnell merken sie aber, dass das doch nicht so klappt. Einen ähnlichen Lernprozess haben auch die infantilisierten Chefs der US-Behörden vor sich. Jungs, auch wenn es noch so hart ist: Augen zumachen bringt nichts. Und Dummheit per Dienstanweisung sowieso nicht.