Bislang hat sich die Startup-Industrie vor allem um Bedürfnisse der Twentysomethings gekümmert. Mittlerweile hat sie auch die Problemfelder der Mittdreißiger für sich entdeckt. Stichwort: Kinderwunsch und seine Konsequenzen. Unzählige Apps kümmern sich um alle Eventualitäten vom besten Zeugungszeitpunkt bis zur perfekten Kinderzimmereinrichtung und versprechen endlich Planungssicherheit fürs größte Glück auf Erden.

Timing ist alles – das gilt auch beim Erzeugen von Nachwuchs. Paypal-Mitbegründer Max Levin will Paaren nun per App den Kinderwunsch erfüllen.

‘Glow’ nennt sich die App, die Frauen können mit Details über ihren Menstruations-Zyklus, sowie ihre Körpertemperatur und Stimmung füttern können. Lernfähige Algorithmen ermitteln dann das Fruchtbarkeitsfenster.

Paare können den Prozess auch sharen: Meldet sie der App, dass sie sich gerade gestresst fühlt, wird er dazu angehalten mal eine nette Nachricht zu schreiben. Stress schlägt schließlich auf die Fruchtbarkeit. Einfühlung übernimmt die App. Darüber hinaus kann Glow Frauen daran erinnern, an ertragreichen Tagen attraktive Schlüpper anzuziehn. Männer werden zum Blumenmitbringen animiert. Die Babyproduktion nach Terminkalender soll schließlich nicht zur lieblosen Pflichtübung ausarten.

Nach erfolgreicher Befruchtung hat die App-Industrie noch weitere Angebote im Köcher. Schwangerschaftsmanagment war noch nie so einfach wie im Smartphonezeitalter. Mit Belly Snaps kann man seinen Freunden die frohe Botschaft verkünden. Mit CineMama täglich Babybauchfotos schießen. Andere Apps helfen bei Namensfindung oder schwangerschaftsgemäßer Ernährung. Iphonemuttis, die beim Projekt ‘Smartphonegestützte Schwangerschaft’ noch Kapazitäten freihaben, greifen zu Houzz Kids. Generalstabsmäßig kann man damit die Zimmereinrichtung des eigenen Nachwuchs bis ins Teenageralter vorausplanen.

Schade nur, dass man die Haarfarbe der lieben Kleinen, nebst beruflichem Werdegang, Lebenspartnern und Kinderzahl noch nicht per App durchplanen kann. Aber wir stehen ja erst am Anfang.