In China beginnt die Produktion des ersten ‘fairen’ Smartphones. Verwendet werden nur Metalle aus Mienen, die nicht aus den Händen afrikanischer Warlords stammen. Und zusammengebaut wird das Handy in einer chinesischen Fabrik, die sich nach eigenem Bekunden um soziale Belange unter seinen Arbeitern kümmert.

„Wie hätten sie es denn gern?“ – „Also ich nehme eine Prise fair gehandeltes Gold bitte. Und auch noch eine homöopathische Dosis Tantal, Neodym und Indium. Alles moralisch unbedenklich abgebaut und verarbeitet. In einem Smartphone bitte.“ Der fast manisch exerzierte Trend zu Bioprodukten greift auch nach anderen Branchen: Das erste fair produzierte Smartphone kommt. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Um die Windparkfondrendite standesgemäß zu checken. Morgens. Beim Dinkel-Amaranth-Muesli.

Das Fairphone wird von glücklichen Arbeitern in China zusammengeschraubt. Die verwendeten Metalle finanzieren keine Kriege im kongolesischen Hinterland.

Drei Jahre lang haben Niederländer – vermutlich in Birkenstocksandalen – an dem Projekt gefeilt. 8416 Fairphones haben sie schon vertickt. Gegen Vorkasse. Im Herbst wird ausgeliefert. Crowdfunding für die gute Sache. Das politisch korrekte Androidphone kostet gerade mal 325 Euro. Es kommt nicht im Jutesack und hat auch keine Bambustasten. Ganz normal sieht’s aus – und liefert trotzdem ein gutes Gewissen gleich mit: Der Mensch definiert sich über die Produkte, die er kauft.

Doch für jedes Gramm Gold wird eine Tonne Gestein durchwühlt. Und bei der Gewinnung seltener Erden kommt immer fiese Chemie zum Zug. Wer wirklich fair sein will, kauft sich am besten kein Telefon, sondern Sandalen.
– mit Leinen-Socken. Und setzt damit den ersten Schritt zu einer wirklich nachhaltigen Lebensweise.