Sind 3D-Drucker Vorboten einer neuen industriellen Revolution? Verändert oder ergänzt Partizipation im Internet klassische Produktionsprozesse? Darüber diskutieren wir am 26.06.2013 ab 18.30 Uhr im Digitalen Salon.

Sind 3D-Drucker Vorboten einer neuen industriellen Revolution? Verändert oder ergänzt Partizipation im Internet klassische Produktionsprozesse? Darüber diskutieren wir am 26.06.2013 im Digitalen Salon.

Welche Chancen und Risiken verbergen sich hinter der neuartigen 3 D-Technologie? Ist das Ganze nur Teil der Bausteln und DIY-Bewegung ist oder wird Open Hardware die Industrie und unseren Alltag revolutionieren?
Ist das Thema 3D-Drucken nur ein flüchtiger Hype oder lässt sich damit tatsächlich für reale Innovation sorgen? und lösen wir damit nicht nur die nächste Urheberrechtsdebatte aus, so wie wir sie im Softwarebereich schon hatten?

Über diese und weitere Fragen sprechen wir ausführlich am  26. Juni 2013 im Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft.

Unsere Experten für dieses Thema: Marlene Vogel, Physikerin und Mitgründerin des vom Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichneten Start-Ups Trinckle 3D, Peter Bihr, Programmdirektor der Berliner Konferenz NEXT und Robin Tech, Forscher am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft im Bereich Finance and Controlling sowie Internetbasierte Innovation..  Marlis Schaum von DRadio Wissen moderiert die Runde.

Der Digitale Salon wird LIVE gestreamt, heiß diskutiert auf Twitter unter #digsal sowie am Samstag nach der Veranstaltung um 11:05 Uhr als NETZ.REPORTER XL bei DRadio Wissen gesendet.

Die Kooperative Berlin produziert seit 2010 den NETZ.REPORTER für DRadio Wissen und organisiert 2013 die Talkreihe Digitaler Salon im Auftrag und in Zusammenarbeit mit DRadio Wissen und dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft.

HIIG 20130626 from kooperative-berlin on Vimeo.

Timeline

02:13 „What‘s next in digital buisness?“ 3D Drucker ist eins von vielen Beispielen, was als Open Hardware zu bezeichnen sein könnte und ermöglicht individuelle Produkte zu erstellen.(Marlis Schaum)

07:23 Die Basics: Man benötigt eine Produktidee, einen Designer, der daraus eine virtuelles Modell erzeugen kann, um schließlich einen Druckauftrag aufzugeben. (Marlene Vogel)

09:58 Der Drucker zerlegt sich das Modell in lauter kleine Scheiben und bearbeitet diese Schicht für Schicht separat ab, wie eine „Wandelnde Heißklebepistole, die vom Computer gesteuert werden kann“. (Marlene Vogel)

12:34 Es wird industrieller Kunststoff verwenden, aber auch andere Verfahren mit Pulver (z.B. Metal-Pulver) sind möglich. Mittels Laser wird dieses Pulver punktuell zu dem Endprodukt befestigt. Experimentiert wird auch mit Materialien wie Ton, Schokolade oder Glas. (Marlene Vogel)

19:33 Im Materialien-Mix liegt die Schwierigkeit, da hierfür genau Planung erforderlich ist. Außerdem ist drucken teuer; ein Plastik beweglich flexibles Armband kostet z.B. 30-40 Euro. (Peter Bihr)

20:39 Sobald der Markt für 3D Drucker wächst, werden Produkte günstiger. (Marlene Vogel)

21:55 Es ist ein „toller Spaß und total faszinierend“ aber für Massenproduktion ungeeignet.  Um ein individuelles Produkt zu erstellen, benötigt man Zeit und Geld. (Marlis Schaum)

22:58 Faszinierend wie aus etwas immateriellen digitalem was materielles entsteht. Es ist ein additiver Prozess und kein subtraktiver wie z.B. beim Fresen (Robbin Tech)

23:20 Vorteile sind der Nachhaltigkeitsgedanke, da weniger Abfall entsteht und durch die ersparten Transportwege, entstehen weniger Kosten und Emissionen werden verhindert, dadurch, dass lediglich eine Datei versendet werden muss. (Robin Tech)

27:40 Läutet es eine neue industrielle Revolution ein? (Malis Schaum)

32:30 Die Massenfertigungs- Industrie braucht sich aber keine Sorgen machen, da es immer neue Technologien gibt und geben wird. Massenproduktion befriedigt die Masse; die Masse ist aber nie das Individuum.(Marlene Vogel)

36:22 Die Problematik der Urheberschaft bleibt bei den 3D Druckern generell nicht erspart. (Marlis Schaum)

39:15 Interessant wird es dann, wenn Produkte erstellt werden können, mit denen man sehr viel Geld machen kann, z.B. wenn man mit organischen Materialien (z.B. Zellen) arbeiten kann. (Marlis Schaum)

40:20 Alte Industrien werden hinten wegfallen, aber neue Industrien entstehen. Darin ist kein Problem, solange es für alle Beteiligten besser ist. (Peter Bihr)

41:20 Die Gefahr medizinische Modelle „raub-kopier-technisch“ zu produzieren ist nicht gegeben, da es für den Einzelnen viel zu kompliziert ist und an andre Restriktionen gebunden, z.B. Sterilität. (Marlene Vogel)

48:16 Es ist nicht nur ein vorübergehender Hype. (Marlis Schaum)

49:13 Seit Ende der 70er wird in der Industrie schon mit 3D Druckern gearbeitet; seit knapp 5 Jahren kommen sie so langsam in den Hausgebrauch rein. (Robin Tech)

51:30 Bei jeder neuen Technologie ist die moralische Komponente des Missbrauchs -  „Böses zu tun“ -  gegeben. (Robin Tech)

52:58 Es ist kein 3D Drucker nötig um Unfug zu treiben. (Marlene Vogel)