Nazis brauchen Volksfeinde wie die Luft zum Atmen. Im Kampf um die Deiche zauberten braune Brüder nun ihren eigenen Frankenstein aus dem Hut. Das kam in der Szene gut an, wie der Blog Hochwassermob dokumentiert.

Das Objekt des neuen Volkssturms: Ein Deich. (Flickr/Usace HQ/CC BY 2.0)

Netz.Skript

„Das Netz und die Flut“ – diese Geschichte ging bislang so: Viele, viele Studenten verzichten in den Ferien auf ihren Selbsterfahrungs-Trip nach Macchu-Picchu. Stattdessen sammeln sie sich auf Facebook und füllen Sandsäcke.

Ach, diese spaßbesoffene Generation!

Es gibt aber noch ein zweites Kapitel im Buch „Das Netz und die Flut“. Das beginnt mit einer Drohung der „Germanophoben Flutbrigade“. Die Gruppe verkündete, man wolle die mühsam errichteten Deiche, der auf macchu-picchu verzichtenden Studenten einreißen. Denn auf die scheiß-deutsche Volksgemeinschaft habe die Flutbrigade nun wirklich nicht gewartet.

Das gab ein Tamtam. Also ordentlich Polizei zum Deich geschickt. Am Ende blieb alles heil.

Aber jetzt kommt nochmal Facebook um die Ecke. Viele Menschen wollten nämlich selbst mitmischen und die Flutbrigade aufknüpfen. Nachzulesen in hunderten Facebook-Kommentaren.

Der Tumblr-Blog Hochwassermob hat die Kommentare der Folterfantasten gesammelt. Um es kurz zu machen: Es sind Vollpfosten, die mal rassistisch, mal gewalttätig, erklären, was sie täten, wenn sie nur könnten.

Was macht man nun mit einer Sammlung Folterfantasien? Na, Big Data! Ein Ranking vielleicht?

Die häufigste Mordfantasie ist „In der Elbe ertränken“. Das ist naheliegend. Dazu kommt ein „Da fehlen mir echt die Worte“. Das soll Bestürzung ausdrücken.

Wer die Kommentare einige Zeit liest, wird irgendwann eine wohlige Ruhe fühlen. Alles ist so einfältig. Man könnte fast glauben, es stamme von nur einer Person.