Damit die zukunftsträchtige Technologie des 3D-Drucks nicht durch Waffennarren in Verruf gerät, hat eine Universität zu einem besonderen Wettbewerb aufgerufen. Von Michael Hörz.

Habt euch lieb! Drei Frösche aus dem 3D-Drucker. (Creative Tools | flickr.com | CC BY 2.0)

Mit 3D-Druckern lässt sich quasi alles produzieren – von Legosteinchen bis zu Ersatz-Unterkiefern – aber auch Waffen. Dieses Vorhaben aus den USA lenkt viel Aufmerksamkeit auf den Druck dreidimensionaler Gegenstände. Die Falsche, wie die Michigan Technology University findet, weswegen sie zum Herstellen besonders humaner und nachhaltiger Gegenstände aufruft. Doch es sind noch ganz andere friedliche und doch verstörende Nutzungen möglich.

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Das konnte ja auch nicht gut gehen. Irgendwann würde jemand 3D-Drucker ihrer wahren Bestimmung zuführen: Teufelswerk. So wie der US-Student Cody Wilson, der mit einem solchen Gerät Teile eines Schnellfeuergewehrs drucken will – und das als Beitrag zur aktuellen Waffendebatte in den USA versteht.

Die Michigan Technology University findet das gar nicht gut. Schließlich rückten solch unfriedliche Aktivitäten die zukunftsträchtige 3D-Technologie ins falsche Licht. Ihr Gegenmodell: Ein Wettbewerb um einen besonders friedfertigen, versöhnenden Einsatz der 3D-Drucker. Angeregt werden günstige herstellbare Geräte, zum Beispiel um Energieeffizienz zu verbessern oder um nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Nun muss man angesichts möglicher Beiträge doch ein wenig, nun ja, herumdrucksen. Denn wie steht es eigentlich mit einem Einsatz von 3D-Druckern für politische Zwecke: Ist das noch friedlich?

Man kann ja schließlich auch Lebensmittel damit drucken. Wenn nun der Drucker im Akkord Schaumtorten produziert, die empörte Bürger dann punktgenau in Funktionärs-Fressen platzieren? Wenn Menschen sich Anonymous-Masken drucken, um damit demonstrieren zu gehen? Oder gar Schutzhelme gegen enthemmt prügelnde Polizisten – die vielleicht bald gar nicht mehr nötig sind, weil raffinierte Despoten sich einfach ihre Robocops drucken.

Es gibt wohl nur eine Lösung für den Wettbewerb: Frieden schaffen mit Waffeln. 3D-gedruckt, schmackhaft und direkt vor Ort in der atomwaffelfreien Zone produziert. Ein voller Bauch protestiert schließlich friedfertiger – oder ausdauernder….