Star-Trek Fans wissen seit den 60ern wie Computer funktionieren sollten: Sprachgesteuert und redegewandt spucken sie immer die richtige Antwort aus dem Speicher. Nun, rund sechzig Jahre später, macht sich Google daran, Nerdträume wahrzumachen. Von Tobias Lenartz.

Bei seinen Plänen für die Suchmaschine der Zukunft orientiert sich der Netzgigant am Bordcomputer der Enterprise: Kommunikationsfähig und in der Lage aus natürlichen Sätzen Suchanfragen abzuleiten, soll sie nicht mehr nur Listen möglichst relevanter Links ausspucken, sondern konkrete Antworten liefern. Möglichst, bevor wir wissen, was wir fragen wollten. Denn Google will unseren Informationsbedarf vorauseilend stillen. Ansätze in diese Richtung bietet bereits die Smartphone App Google Now. Zwar muss Google noch diverse technische Hürden bewältigen. Doch spätestens in fünf Jahre sollen wir uns ein Leben ohne die schnellste, intuitivste, lernfähigste und garantiert datenhungrigste Suchmaschine aller Zeiten, gar nicht mehr vorstellen wollen.

Suchen mit der Lupe? Nicht in der schönen, neuen Google-Welt! (arnybo | flickr | cc by-nc-sa 2.0)

Das Internet. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Google, das mit seiner 50.000 Mann starken Besatzung unterwegs ist, um neue Gadgets zu erforschen – neue Formen der Internetsuche und der personalisierten Werbung.

Für den Netzmogul sind gewaltige Ziele gerade groß genug. Derzeit arbeitet Google quasi am Bordcomputer der Enterprise. Sprachgesteuert, redegewandt und allwissend soll die revolutionäre Suchmaschine der Zukunft Antworten spucken, statt bloße Linklisten zu generieren.

Aus normalen Sätzen soll die Software Suchbegriffe herausfiltern. Auf „Muss ich Morgen Gummistiefel anziehen?“ gibt’s die aktuelle Wettervorhersage. Bei „Wer ist der berühmteste Sektierer der Welt?“ Fakten zu Tom Cruise.

Vor allem: Googles intergalaktische Algorithmen sollen Antworten ausspucken, bevor wir überhaupt wissen, was wir eigentlich fragen wollten. Schon in drei Jahren soll die Trekkie-Suche mindestens zweimal am Tag die richtigen Antworten liefern. In fünf Jahren sollen wir nicht mehr ohne sie leben wollen.

Im Auftrag der Menschheit und Werbewirtschaft trägt Google das Licht der Aufklärung in die unendlichen Weiten des Netzes. Dazu braucht es natürlich gigantische Mengen Treibstoff: sämtliche persönliche Daten, die unsere Rechner, Smartphones und Google Accounts hergeben.

Bleibt bloß zu hoffen, dass das gute Google mit unseren kostbaren Datenschätzen nicht zu den bösen Borg überläuft:

„Wir sind die Borg (…) Ihre Kultur wird sich anpassen und uns dienen. Widerstand ist zwecklos.“