Kampf der Zensoren

Apple ist dafür bekannt besonders wenig Spaß bei erotischen Inhalten zu verstehen. Auf Apples zentralem Marktplatz, dem iTunes-Store, wird deshalb wild zensiert. Im Januar wurde zeitweise die App 500px gesperrt. Dort waren neben tausender normaler Bilder auch Aktbilder zu sehen. Nun ist Apple selbst in Bedrängnis geraten – und muss um die Zukunft seines App-Stores in China bangen.

 

Nichts sehen, nicht hören, nichts sagen: Der Kampf der Zensoren. (flickr – IsaacMao – CC BY 2.0)


Das eine große Versprechen Hollywoods geht so: Wenn du nur so richtig knallhart an deine Sache glaubst und dich dann noch mega reinhängst, dann wird das am Ende auch was – mit deiner Sache.

Ist mit allem so gewesen: Kometen sprengen, Prinzessinnen gewinnen oder aus dem Delfinarium ins Meer springen.

Das könnt ihr ab sofort vergessen! Die Wahrheit lautet: Es wird immer einen Besseren geben. Das ganze Ehrgeiz-Gedöns hilft da null. Diese bittere Erfahrung musste jetzt auch Apple machen. Der IT-Konzern wurde von China abgehängt. Disziplin: Internetzensur.

Die chinesische Staatszeitung „People’s Daily“ verurteilte Apple vergangene Woche als „Porn Offender“ und empfiehlt gar den App-Store von Apple zu blockieren. Das kommt unerwartet. Schließlich hatten die Jungs aus Kalifornien jahrelang lupenrein zensiert. Erst verschwanden korpulierende, später gar entblößte Menschen aus dem Store. Jeder Baumarkt hatte mehr Sex im Sortiment als iTunes.

Aber dann nahmen sich die Chinesen iTunes vor und fanden eben doch obszönes Material. Außerhalb der Zensur-Szene weiß niemand, was genau Stein des Anstoßes gewesen sein könnte. Experten vermuten, dass Halbnacktheit der neue Zensur-Trend ist. Bikinis und so.

Bei Apple wollte sich niemand dazu äußern. Die ehemaligen Zensoren-Könige stehen jetzt in der Branche als richtige Waschlappen da. Das ist auch irgendwie ungerecht. Aber so schnell kann das gehen, wenn man Hollywood zu lange glaubt.