Produktdesigner: Das sind doch diese Kunsthochschulabsolventen, die massenkompatible-Must-Haves ersinnen oder mit der nächsten Bauhauslampe die Arbeitszimmer stilbewußter Besserverdiener verschönern. Dass Produktdesign mitnichten nur kommerziellen Interessen verpflichtet ist, demonstrierte eine junge Internetplattform. Fixperts bring Menschen mit Alltagsproblem mit Designern zusammen. Die versuchen mit kreativen Lösungen, die kleinen und größeren Hürden zu überbrücken, die etwa Senioren oder Menschen mit Behinderung den Alltag erschweren. Die Gründer der Plattform Daniel Charny und James Carrigan wollen so die sozialen und kreativen Werte des Produktdesigns in die Lebenspraxis holen. Mit sehr sehenswerten Ergebnissen.

 

Auseinandergebaut ist schon mal – und jetzt? Die Flixperts helfen – alltagsnah und kreativ. (t0msk | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)


Mit Siebzehn wollte man alle Kriege abschaffen, das Klima kurieren und mindestens die Welt retten. Im sogenannten Erwachsenenalter hat man wahlweise resigniert, oder seine Ziele tiefer gehängt. Dass auch die kleineren Brötchen große Bedeutung haben können, demonstriert die Internetplattform Fixperts.org.

„So the big idea, is to connect Designers with people, who could do with a little help in their lives.

Statt massenkompatible Must-Haves zu entwickeln, versuchen die Designer Alltagsprobleme zu lösen. Etwa von Senioren oder Menschen mit Behinderungen.

Die sogenannten Fixperts reparieren den Steuerknüppel eines elektrischen Rollstuhls oder entwickeln einen Einhand-Flaschenöffner für eine Frau, der vier Finger fehlen. Eine Studentin bekommt einen Windschutz für ihr zugiges Fenster, eine alte Dame ein Sockenhorn, mit dem sie sich wieder selbst die Strümpfe anziehen kann.

Kleine Probleme werden mit einer Kiste unterm Kühlschrank gelöst, andere erfordern diffizilere Werkzeuge. Etwa die ausgeklügelte Ohring-Einsteckhilfe für eine Frau mit Multipler Sklerose.

Die Gründer Daniel Charny und James Carrigan wollen mit dem Portal eine Lanze brechen für die Kultur der Reparatur und die soziale Dimension der Kreativität. Sicher rettet man mit Sockenhörnern für Seniorinnen nicht gleich die Welt. Sie sind aber ein wirklich guter Anfang.