Willkommen auf der Nerd Street 

Lange Zeit interessierten sich nur Nerds für Bitcoins, die unendlich komplizierte, digitale Währung. Das änderte sich 2013. In nur 3 Monaten hat sich der Wert eines Bitcoins mehr als verzwanzigfacht. Auch wenn er zwischenzeitlich fiel und seitdem eher moderat ansteigt, hat er doch einige Gewinne hervorgebracht: Computer-Freaks, die seit den Anfangstagen der Währung Bitcoins sammelten und jetzt plötzlich reich wurden. Die Nerd Street ist die neue Wall Street.

(zcopley | Flickr | CC BY-SA 2.0)


Im Film Wall Street verfiel ein junger, hoffnungsvoller Mann einem gierigen Spekulanten. Ein Finanzhai namens Gordon Gekko hatte ihm eine Sache gelehrt:

Plötzlich hatte auch er Dollarzeichen in den Augen. Spätestens seit dem Film gilt die Wall Street als ultimativer Ort für finanziellen Größenwahn und Gewinne aus dem Nichts – bis 2013.

Doch: In den Tiefen des World Wide Web liegt sie, die Nerd Street.

Hier handeln pickelige Computer-Freaks mit Bitcoins. Und einige dieser Nerds waren sehr, sehr schlau: Wie Oma Bunke ihre Cent-Stücke horten sie seit Jahren Bitcoins. Die waren mal nur wenige Cent wert, doch die Nerds wussten: der große Tag wird kommen.

Und: er kam. 2013 begann der epische Aufstieg. Bitcoins stiegen von 10 Dollar, auf 20, auf 40, auf 160 und schließlich auf 260.

In gerade Mal 3 Monaten. Selbst den abgebrühtesten Wall-Street-Haien rinnt seitdem der Sabber eimerweise aus den Mündern.

Wie Gordan Gecko ahnten sie: „Ne ganz große Sache läuft da zur Zeit.“ (Trailer, 0.15-0:17)

Mitte April brach der Kurs wieder zusammen. Auf die Hälfte, in gerade mal 8 Stunden. Doch auch so hat sich das digitale Guthaben vieler Nerds verhundertfacht, und manche haben sie sich genau im richtigen Moment vergoldet. Über die Ignoranz der Wall-Street-Heinis können sie nur lachen. Sie sitzen längst auf einer Insel, schlürfen ihren Cocktail und wissen: endlich scheint auch für sie die Sonne. Bitcoin sei Dank. Manchmal ist das Leben halt doch gerecht, zumindest auf der Nerd Street.