Drogen online kaufen? Geht das? Wir haben doch gelernt: Wer im Internet surft, steht quasi nackt auf dem Marktplatz, und Google sieht alles, und im Zweifel auch die Polizei. Pustekuchen. Unter Einsatz relativ leicht anwendbarer Techniken wie dem TOR-Browser und der virtuellen Währung Bitcoin lässt sich ein ziemlich anonymisierter Warenaustausch im Internet bewerkstelligen. Die Plattform „Silk Road“ gilt geradezu als „ebay für Drogen“. Unverblümt wird da alles angeboten, was der Markt hergibt: inklusive Verkäufer-Bewertungssystem. Und Silk Road ist nicht die einzige Plattform. 22 Prozent der Drogen werden inzwischen online verkauft, sagt der Global Drug Survey 2013.

Viele bunte Pillen – jetzt auch online (Flickr – Epsos – CC BY 2.0)



Sch, sch, ‘schisch, Marijuana, Coke – ist dieser vertraute Klang notorischer Straßenecken bald total Oldschool? Unglaublich, aber wahr: immer mehr Drogen werden online vertickt. Wie bitte? Was? Wir haben doch gelernt, dass man im Internet quasi nackt auf dem Marktplatz steht! Google weiß alles über uns, und die Polizei sowieso!

Nicht unbedingt. Mit dem Browser TOR kann man seine IP-Adresse killen, und die Internetwährung Bitcoin anonymisiert die Geldströme. Das sind die Werkzeuge, mit denen die Plattform „Silk Road“ arbeitet. Dort werden Drogen ganz unverblümt angepriesen: „Kokain in 87-prozentiger Konzentration! Feiner, charakteristischer Geruch und wunderbare Konsistenz, die sich angenehm schnupft!“ Der Verkäufer dieses Produkts zum Beispiel hat eine Referenz von 100% positiven Bewertungen. Bei ebay wäre er wohl ein super-power-seller.

Im gerade veröffentlichten Global Drug Survey 2013 geben 22 Prozent der Befragten an, Drogen schon online gekauft zu haben. Silk Road ist dabei bloß die unverfrorenste Plattform. Vielfach seien Drogenangebote auch als Job- oder Wohnungsanzeigen getarnt auf einschlägigen Kleinanzeigenseiten versteckt, heißt es in der Studie.

Tut denn da keiner was? Tatsächlich sind schon Silk Road-Dealer und -Kunden verhaftet worden, aber aufgrund eher traditioneller Ermittlungsmethoden: Lockangeboten zum Beispiel, oder weil die Drogenpäckchen im Zoll hängenblieben.

Bei Silk Road kann man übrigens alles mögliche kaufen. Auch Kalaschnikows. Falsche Pässe. Und sogar selbstgeschriebene Gedichte.