Demnächst können wir uns endlich lästige Beziehungskonflikte sparen: Mit digitalen Gedankenlesegeräten…

Bisher fristet das Gedankenlesen ein kümmerliches Dasein in der Schattenwelt der Parapsychologie. Doch bald könnte es auch in unserer vernetzten Welt salonfähig werden. Amerikanische Wissenschaftler haben erstmals das Gehirn eines Menschen mit dem Hirn einer Ratte kurzgeschlossen und Signale übertragen. Irgendwann könnte das auch zwischen Menschen klappen.

 

Bewusstlos liegt die Ratte auf einem Labortischchen. Ihr Schwanz hängt schlapp an der Tischkante herunter. Und zuckt. Schwach. Ab und zu mal. So sieht ein wissenschaftlicher Durchbruch aus. In Harvard, der ältesten Uni der Staaten.

Denn den Impuls zum Zucken gibt ein menschliches Gehirn: In einem Experiment werden erstmals das Hirn eines Menschen und das einer Ratte vernetzt. Über eine Gehirn-zu-Gehirn-Schnittstelle.

Weil der Mensch keinen Schwanz hat, kann er natürlich das Wackeln mit dem selbigen nicht direkt befehlen. Per Gedankenübertragung: „He. Wackeln. Aber dalli.“ Stattdessen fläzen die Probanden schlaff vor einem Bildschirm mit wild blinkenden Animationen. EEG-Elektroden messen ausgelöste Impulse. Sind die mit dem Rhythmus der Animation synchron, werden – über einen Rechner – Ultraschallwellen auf den Kopf der Ratte geballert. Und der Schwanz pendelt. Kurz.

Ein willkürliches Hirnsignal des Menschen wird an den beliebigen Reflex eines Tieres gekoppelt? Das ist nur der grobschlächtige Anfang. Das Prinzip funktioniert. Irgendwie. Die Wissenschaftler an der amerikanischen Ostküste könnten so auch Menschen vernetzen, die telepathisch kommunizieren. Im Futur II. Vielleicht. Das Gedankenlesen wird aus der Schmuddelecke der Parapsychologie gezerrt.

Mützen mit EEG-Elektroden werden dann vielleicht zum Trend. So wissen wir immer was der andere denkt. Langwierige Beziehungsgespräche und mühsames Simsen gehören der Vergangenheit an. Mogeln bei der Steuererklärung, Lästern über den Chef und schmeichelnde Schleimereien – siehst du heute wieder gut aus – aber auch.