Wie Zukunftstechnologien auf japanischen Friedhöfen Einzug halten.

Kaum ein Land der Erde gilt als so gadgetbegeistert wie Japan. Im Reich der sprechenden Toiletten und Paternoster-Parkhäuser sind Roboter bereits als Empfangsdamen, Pflegekräfte und Grundschullehrer im Einsatz.Mittlerweile halten Robotik und High-Tech auch Einzug in die Trauerkultur.


Wohl nirgendwo auf der Welt wird Zukunftstechnologie so überschwänglich umarmt wie in Japan. Androide Empfangsdamen oder elektronische Haushaltshilfen sorgen im Land des Lächelns für glänzende Augen. Zukünftig kommen auch Verstorbene in den Genuss des Fortschritts.

In Tokio wird gerade an einem High-Tech-Friedhof gebaut. In bester Citylage und mit sechs Stockwerken bietet er Platz für 7000 Verstorbene.

Ein schönes Geschäft für die Betreiber und auch für die Angehörigen ein echter Gewinn. Ruhestätten im Urnenparkhaus sind deutlich preiswerter als traditionelle Urnengräber. Dank der günstigen Lage lässt sich ein Besuch auf dem High-Tech-Friedhof mit einem Shopping-Ausflug verbinden.

Das Tokioer Urnenparkhaus ist allerdings nicht das erste seiner Art. Ähnliche Einrichtungen bieten bereits futuristische Finessen. Dort kann mittels elektronischer Pin-Karte Roboterarme aktivieren. Die transferieren die Urnen in Trauerräume. Hier zeigen dann Monitore Fotos der Verstorbenen.

Für alle, die dennoch keine Zeit finden, um analog auf dem Friedhof vorbeizuschauen, gibt es digitale Alternativen. Ein Tempel bietet virtuelle Gedenkfeiern. Loggt man sich auf der Seite ein, gibt’s etwa buddhistische Sutren aus der Konserve. So kann man ganz bequem vom Sofa aus für seine Verwandten beten.

Auch Roboterpriester wurden schon auf Friedhöfen gesichtet. Reichlich pietätslos mag man da als Mitteleuropäer maulen. Sicher: Die Seelsorgerischen Qualitäten der Roboterpriester sind wohl eher unterdurchschnittlich. Dafür sind sie viel besser fürs Zölibat geeignet als ihre menschlichen Kollegen.