Am ersten Tag der NEXT13 begaben sich Netzreporterin Leandra und Netzreporter Patrick ins Berliner-Congress-Centrum. Sie begegneten Drachen, Peer Steinbrück und Erfindern, die von elektronischen Klopapierrollen träumen. 


In ziemlich gefährliche Gefilde begibt sich – wenn man dem Slogan der diesjährigen NEXT-Konferenz glauben darf – wer das Berliner Kongress-Zentrum dieser Tage betritt: „Here be dragons“ – hier könnten Drachen sein. So lautet das diesjährige Motto. Diese Drachen, so erklärt Veranstalter Mathias Schrader in seiner Eröffnungsrede, gälte es zu erlegen. Die Anwesenden proklamiert Schrader in bestem Denglisch seien „Dragenslayers“.

In Wahrheit findet man dort ziemlich viele ober-hippe-buissness-guys mit perfekten Frisuren und schönen Hemden. Sehen gar nicht nach Drachentötern aus.

Das Motto soll die Teilnehmer_innen auffordern, Unbekanntes zu entdecken und die Grenzen zu einer neuen Welt zu überschreiten. Entlehnt ist es früheren Weltkarten, auf denen mit dieser Formel Unbekanntes, mithin Gefährliches, bezeichnet wurde. Startups und ober-hippe-business-quys sollen also neue Gebiete erforschen und Drachen erlegen. Tolles Motto.(Dachte sich der Chaos-Computer-Club übrigens schon 2009, nur das die wenigstens mehrheitlich auch wie Drachtöter aussehen).

Die 1500 Gäste und 150 Experten, die sich vom 23.-24.April im BCC zusammentun, erleben ein ziemlich business-lastiges Programm, das allerdings schon am ersten Tag mit einigen Höhepunkten aufwarten kann. So erklärt die Zukunftsforscherin Marina Gorbis in ihrer Eröffnungsrede, wie sich unser Zusammenleben, unsere Regierung und unser Lernen unter den Vorzeichen sozialer Interaktion verändern. Ebenfalls noch am Morgen sprach Ober-Nerd Stephan Wolfram, Erfinder der Suchmaschine Wolframs-Alpha.

 „Eine Kultur des Scheiterns“

Mit offenem Mund haben dann zur besten Mittagszeit einige Besucher die Rede Peer Steinbrücks verfolgt. Nach den ersten Sätzen raunten nicht wenige: Man, der spricht ja richtig gut Englisch! Tat er tatsächlich und dazu sprach er offensichtlich auch viele Themen an, die die versammelte Next-Kundschaft entzückte: So gab es immer wieder Applaus für den nicht gerade als netz-affin bekannten SPD-Kanzlerkandidaten. Doch sein Plädoyer für eine „Kultur des Scheitern“, sowie für eine Start-Up-freundliche Wirtschaftsumgebung mit Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gründertum überzeugte viele dann doch.

Das nächste große Ding

Bis zum 24. noch werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Next über das Netz und „Das nächste große Ding“ diskutieren.

Wir indes haben das bereits entdeckt, was nicht nur die Netzgemeinde in Aufruhr versetzen wird, sondern nicht weniger als die fünfte industrielle Revolution auslösen wird. Ein digitaler Klopapierspender.

Die Innovation der NEXT-iPhone