Niemand redet groß darüber, aber auch in Computerspielen gibt es stille Örtchen. Der Fotoblog „video game toilets“ sammelt die schönsten Spieleklos – und sie sind durchaus einen Blick wert: Erstaunlich, mit welcher Detailverliebtheit Spieledesigner Toiletten gestalten. Was der passionierte Ego-Shooter aus den Bildern lernt: tunlichst nicht die Pumpgun aus der Hand legen, wenn er mal für kleine Jungs muss – denn am Pinkelbecken lauern oft die fiesesten Aliens.

http://videogametoilets.tumblr.com/

 


In Computerspielwelten gibt es Pharaonentempel, Fabrikruinen, Striplokale und eben auch: Klos. Der Fotostream „video game toilets“ sammelt Screenshots der schönsten von ihnen. Und man kann gleich festhalten: die meisten Spieleklos sind ungepflegt. Da liegen häufig zerschossene Leichen rum, und putzen könnte man auch mal wieder.

Aus manchen Klos kommen Geisterhände, in andere kotzen Nazis, und in wieder anderen ist der Schlüssel zum nächsten Level versteckt – das war schon beim grobpixeligen Larry Laffer aus den frühen 90ern der Fall. Es gibt historisierende Plumsklos mit Kerzenlicht und Science Fiction-Raumschiffklos. In Half Life fliegen Klobecken durch die Luft, und auch Batman muss mal austreten. Generell empfiehlt es sich im Ego-shooter, mit der Pumpgun auch mal in den Abort reinzuleuchten, denn am Pinkelbecken lauern oft die fiesesten Aliens. Die Sims, Helden des gleichnamigen Alltagssimulationsspiels, müssen sogar ihre Klos putzen, und sie machen sich übrigens gnadenlos in die Hosen, wenn man sie nicht rechtzeitig aufs Örtchen schickt.

Warum gibt es Klos in Computerspielen? Weil es die halt irgendwie auch geben muss? Nein: Tatsächlich liebt gerade das Horrorgenre die schmutzige Toilette. Denn nichts drückt den Verfall der Zivilisation besser aus als der Niedergang der Hygiene. Norbert Elias lässt grüßen. Das verdreckte Klo ist sozusagen die Essenz der Dystopie. Und überhaupt: in einen intimen Ort den Horror einbrechen zu lassen, macht immer einen guten Effekt.