Warum Mädchen die Farbe hassen.

In einer längst vergangenen Zeit war Rosa die Farbe für Jungs, weil es als kräftig und markant galt. Neuerdings taucht dieses Wissen ab und an wieder auf, denn immer mehr Menschen wollen die um sich greifende Pinkifizierung verstehen und gehen auf die Suche nach ihrem Ursprung. Zur massenhaften Mädchenware wird Pink erst, als die Mode- und Werbeindustrie die Farbe anfängt zu nutzen.

Jungs oder Mädchen? Oder egal? (Zach Klein | Flickr | CC BY 2.0)

Pink ist die Farbe der weiblichen Unterdrückung

Im letzten Jahr, als auch so unsägliche Produkte wie die Lego Friends und das Überraschungsei für Mädchen auf den Markt kamen, gründete Stevie Schmiedel Pinkstinks Germany und hält seitdem zusammen mit ihren MitstreiterInnen nicht nur auf dem Blog der Initiative über pinke Marktstrategien auf dem Laufenden. Sie stellt auch klar, dass Pink die Farbe der weiblichen Unterdrückung ist.

Am Alexanderplatz steht ein grauer Klotz, mit pinkem Glitzerbild in seiner Mitte: Hier soll ein Barbie Dreamhouse entstehen. Ein rosaroter Palast auf 2500 Quadratmetern mitten in Berlin. Darin soll es alles geben, was das auf Rosa geichte Mädchenherz begehrt. Ist ja klar: Jungen mögen alle Farben, Mädchen mögen Rosa.

Über diese Pinkifizierung regte sich Stevie Schmiedel, Dozentin für Genderforschung, schon vor einem Jahr auf – und gründete Pinkstinks Germany. Seitdem weist die Kampagne auf die vielen Werbe- und Marketingstrategien hin, die Mädchen und Frauen als Rosa liebende Püppchen darstellen.

In ihrem Blog (http://pinkstinks.de/blog/) berichten Pinkstinks ganz aktuell über die neue Staffel von Germany’s Next Topmodel. Sie regen an zum Nachdenken über sexistische Außenwerbung, Prinzessin Lillifee, Lara Croft und das Barbie-Dramhouse, setzen Ankündigungen aus dem Netz auch real um.

So läuft noch bis September eine von Pinkstinks auf den Weg gebrachte Petition „gegen sexuelle Verfügbarkeit in der Außenwerbung“. 30.000 Unterschriften brauchen Stevie Schmiedel und ihre Kolleginnen und Kollegen bis dahin. Es geht um die vielen nackten Popos, aus dem T-Shirt fast ausbrechende Brüste und lüstern geöffnete Münder, die Männern suggerieren sollen: Ihr könnt mich jederzeit haben. Dass Aussehen das wichtigste Kapital einer Frau ist, lernen Mädchen schließlich schon von ihrer ersten pinken Barbiepuppe mit Topmodelmaßen.