Man braucht Rat, und das Smartphone ist einem oft am nächsten. Also hilft zum Beispiel Siri bei Antworten auf alle Fragen von „Wo ist die nächste U-Bahn-Station“ bis hin zu „Was ist der Sinn des Lebens?“ Die nächste Stufe könnten nun virtuelle Assistenten sein, die nach jeder erdenklichen Berühmtheit modelliert sind, und auch im Video-Chat verfügbar sind. Man kann ihnen ganz normal Fragen stellen und bekommt normale Antworten. Doch das ist erst der Anfang, weiß Michael Hörz. 

Monroe als Lebensberaterin – eine App macht’s möglich. (flickr/sasha065/CC BY-NC-ND 2.0)

iPhone-Nutzer sind die Könige im Verballern von Zeit – dieser angeblich kostbarsten Ressource der Gegenwart. Jedes Gespräch mit der virtuellen Assistentin Siri ist ein perfekter Beleg dafür.

Dabei hat Apple unendlich viel Kohle und Entwicklerpower in die Persönlichkeit und die Hörfähigkeiten Siris gesteckt. Und vor allem in ein Feature namens „Humor“. Glaubt Ihr nicht? Beispiel gefällig? Ok.

Frage: Was für Kleidung trägst Du, Siri?

Antwort: Warum fragen mich Leute das ständig?

(ein sehr trockenes) Haha.

Frage: Ich liebe Dich, Siri

Siri: Immer zu Deinen Diensten.

Tja. Kein Lachen. Nirgends. Aber die Menschen benutzen Siri trotzdem.

Das US-Startup Volio geht deswegen noch einen Schritt weiter: Aus jeder Berühmtheit will Volio einem smarten virtuellen Assistenten bauen.

Die Gründer können dabei auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen. Ihr Trick: umfassende Videoaufnahmen und eine ausgefeilte Spracherkennung.

Das erste harmlose Versuchskaninchen ist jetzt das US-Magazin Esquire, bei dessen iPad-App drei real existierende Lifestyle-Experten sich mit den Nutzern über Klamotten und Möbel unterhalten.

Aber auch anderswo dürfte es für derartigen Unsinn erheblichen Bedarf geben. Peer Steinbrück fragt zum Beispiel seine Helmut-Schmidt-App, was er in Interviews antworten soll, um endlich statesman-like rüber zu kommen. Silvio Berlusconi installiert sich vermutlich Sophia Loren- oder Marylin Monroe Apps, um seine Wirkung bei Frauen zu verbessern.

Und Kim Jong Un hat natürlich Josepf Stalin als virtuellen Ratgeber. Seine Frage:

Wie führe ich einen großen vaterländischen Krieg?

Antwort: Gar nicht, Du Hosenscheißer. Setzen, sechs.