Kim Jong Un und Anonymous – der Große Führer und die Hacker können vor allem eines: Drohen.

Der nordkoreanische Jung-Diktator Kim Jong Un droht der Supermacht USA mit einem atomaren Erstschlag. Das glaubt ihm zwar keiner, aber ein bisschen ernster wird er jetzt doch genommen.

Auch Anonymous spucken gern große Töne. Das Projekt Tyler beispielsweise sollte die Welt umstürzen – irgendwann hat man einfach nichts mehr davon gehört. Nun droht die Hacker-Bewegung in einem Youtube-Video dem nordkoreanischen Diktator und verkündet, dass sie schon Teile des nordkoreanischen Netzes übernommen haben.

 Am 19. April soll es mit der Aktion #OpFreeKorea noch mal richtig losgehen. Zwei Großmäuler treffen aufeinander.


Anonymous plaudern gern. Mit dramatischer Musik unterlegt, drohen sie ständig irgendeinem Rowdy aus der internationalen Politik mit der Enthüllung sämtlicher Untaten. Unerschrocken hacken sie für mehr Gerechtigkeit in der Welt. Viel öfter kündigen sie das allerdings an.

Kurz: Die Hacker für das Gute im Netz haben unangefochten die größte Fresse im World Wide Web.

Doch vor ein paar Wochen hat sie ein einzelner junger Mann ganz einfach vom Thron geschubst: Kim Yong Un, der „Oberste Führer“ von Nordkorea. Der droht der Supermacht USA ganz bescheiden mit einem atomaren Erstschlag. Respekt.

Und die Jungs von Anonymous? Die zeigen ihre Muskeln und drohen zurück.

„Wir befinden uns auf Ihren Mailservern.Wir waren auf Ihren Webservern ! Genießen sie diese Wenigen Auszüge als Beweis, dass wir Überall sind und sie sich nicht verstecken können !

“Als erste wird der Cyberkrieg Ihre vernetzte Infrastruktur vernichten !

Danach wird das Diktatorische Nord Koreanische System dem Erdboden Gleich gemacht !“

Am 19. April soll der ganz große Digital-Schlag erfolgen. Dabei will der Jung-Dikatator mit seiner Atombombe doch nur ein bisschen Eindruck schinden: Schlaue Analysten meinen, dass die Drohungen des Jung-Diktators eigentlich nur die eigene Partei und das eigene Volk in Entzückung versetzen sollen.

Über die ambitionierten Hacker hingegen sagen Küchenpsychologen gerne: da wollen einfach ein paar picklige Teenager-Jungs das unerreichbar schöne Mädchen in der Parallelklasse beeindrucken.

Und was lernen wir daraus? Klar – der aufgedunsene Führer-Boy ist das analoge Pendant zur pickligen Hackergang. Nur ohne Gerechtigkeit. Gemeinsames Lieblingshobby: große Töne spucken.