Abertausende Kunden von Leasing-Firmen für Laptops haben sich den Big Brother gemietet. Ausgesprochen unfreiwillig.

Wie die amerikanische Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Company nachwies, haben rund 1600 Mietkauffirmen das Spionageprogramm PC Rental serienmäßig auf 420.000 Rechnern in den USA, Kanada und Australien installiert. Die Software kann nicht nur säumige Mieter lokalisieren. Mit dem sogenannte Detective Mode wurden Bankdaten, Passwörter, Sozialversicherungsnummern und Webcamschnapsschüsse von intimen Aktivitäten nichtsahnender Kunden in ganz großem Stil gesammelt.



Durch Webcams kann man Lebenspartner(n) in Canberra oder Kalkutta kontaktieren. Aber auch interessierte Unbekannte können durch sie in unsere Schlafzimmer linsen. Spyware machts möglich. Leasingsfirmen für Laptops in den USA, Kanada und Australien informierten sich so im ganz großen Stil über ihre Kunden.

Die amerikanische Handelskommission FTC deckte auf: Auf schätzungsweise 420.000 geleasten Rechnern haben 1600 Mietkauf-Firmen das Spionageprogramm PC Rental routinemäßig installiert.In der Basisfunktion dient es dazu Mieter zu lokalisieren und (das) Laptops aus der Ferne auszuknipsen – falls die Raten nicht rechtzeitig bezahlt wurden.

Der sogenannte (Detektive) Detective-Modus bietet größere Möglichkeiten: Screenshots anfertigen, Tastaturbefehle mitlesen und eben alles abknipsen, was ihm vor die Webcam kommt. Laut Herstellerempfehlung soll der nur notfalls aktiviert werden.(, etwa wenn der Laptop geklaut wurde.) Die vorsichtigen Firmen aber hielten ihren kompletten Kundenstamm für einen gewaltigen Notfall. Und sammelten massenweise private Emails, Passwörter, Bankdaten und Aufnahmen intimer Aktivitäten.

Auf Druck der Bundesbehörde haben einige Unternehmen einem Vergleich zugestimmt. Der böse Überwachungsmodus wird abgeschaltet. Tracking Software nicht mehr verwendet – wenn sie Kunden nicht vorher informieren. (Die FTC überprüft die nächsten zwanzig Jahre, ob die Firmen ihre Neugier tatsächlich zügeln können.)

Strafrechtliche Befugnisse haben die Verbraucherschützer nicht. Deshalb haben Kunden gegen den Hauptagenten Aaron’s Inc nun eine Sammelklage gestartet: Wegen Ausspähung in 185.000 Fällen. Damit die geleasten Spione für ihre grenzenlose Neugier endlich bezahlen.