Es wird Zeit, dass die E-Mail kostenpflichtig wird. Das wäre besser für alle. Matthias Finger übers kostspielige Mailen.

So mancher könnte sich schon bald eine goldene Nase verdienen (hto2008/flickr.com/CC BY-NC 2.0)

Bald soll Schluss sein mit der elenden Kakophonie in unseren E-Mail-Konten: Viagra im Monatspack, Investitionsmöglichkeiten in Nigeria und Partnerbörsen voll verkrachter Existenzen. Esther Dyson, Investorin und Vordenkerin im Silicon Valley, will E-Mails kostenpflichtig machen und so inflationärem Spam eine Ende bereiten. 

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten.

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung.

E-Mail sichert Grundeinkommen

Mit einem Lächeln lässt Esther Dyson die Bombe platzen: Für E-Mails sollen wir in Zukunft zahlen! Schließlich stehlen sie uns Lebenszeit. Findet die Vordenkerin des Silicon Valleys. E-Mails treten inflationär auf. Und sie müssen gelesen und beantwortet werden. Die Absender bürden den Empfängern  Arbeit auf. Dafür sollen sie ihnen eine Entschädigung zahlen. Briefe werden ja auch nicht kostenlos zugestellt.

Verlegen kratzt sich die 61-jährige Dyson am Kopf. Und versetzt den Glaubensgrundsätzen des freien Internets eiskalt den Todesstoß: Schließlich sind wir im Netz allesamt Schwaben. Wir lieben den digitalen Rausch. Nur kosten darf er nichts. Die Gratiskultur hat uns zu Schnorrern gemacht.

Doch alles hat seinen Preis. Zeit ist Geld. Also soll gezahlt werden – für Aufmerksamkeit im Netz. Nur durch eine Kommerzialisierung erkennen wir den wahren Wert von Informationen. Glaubt Dyson. 

Sie kämpft gegen eine Pest der Neuzeit: die digitale Umweltverschmutzung. Spam lähmt unsere E-Mail-Konten. Und ohne jedes Taktgefühl bombardieren wir uns gegenseitig mit Emails. Selbst der Pförtner wird ins cc gesetzt. Die Strafgebühr für Emails ist ein Regulativ. Der Empfänger legt sie selber fest: 

Jeder Deutsche erhält 26  E-Mails pro Tag. Bei einem Dollar pro Mail macht das rund 600 Euro. Jeden Monat – direkt aufs Konto. Ganz nebenbei organisiert Dyson, woran Politiker bisher scheitern: ein bedingungsloses Grundeinkommen.  

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