Wenn alle sich auf die selbe Onlinekarte verlassen, kann es zu fatalen Missverständnissen kommen. Christoph Spittler über digitale Fehler mit fatalen Folgen. 

Man mag es kaum glauben: Auch Google ist nicht unfehlbar (Alina Zienowicz/Wikimedia Commons / CC BY 3.0)

Haben Fehler in Google Maps Menschenleben gekostet? Wie jetzt bekannt wurde, hat möglicherweise ein Auftragskiller ein Ehepaar in den USA ermordet, weil der Kartendienst die Häuser falsch nummeriert hatte. Eigentlich hätte der Nachbar des Paares das Opfer sein sollen. In einem anderen Fall wollte ein Mann seinen Freund abholen und landete - ebenfalls dank Google - an der falschen Adresse. Der dortige Hauseigentümer hielt den Mann für einen Einbrecher und erschoss ihn.

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten. 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung.

Google Maps hat Schuld an Morden? 

Über Apple Maps ist schon genug Spott geschüttet worden. Auch die Google-Street View-Wogen haben sich geglättet. Was aber, wenn Fehler in Google Maps möglicherweise Menschenleben gekostet haben?

Mehrere Fälle sind jetzt bekannt geworden. 2010 wurde in La Crosse, Wisconsin, ein Ehepaar ohne erkennbares Motiv ermordet. Ihr Nachbar, ein Bankdirektor, hatte zuvor Todesdrohungen erhalten. Erst viel später merkten die Ermittler, dass Google Maps die Häuser falsch nummeriert und das Haus des Ehepaares versehentlich als das des Bankdirektors ausgegeben hatte. Hat der Killer womöglich die Falschen ermordet, weil er sich auf Google-Maps verlassen hatte? 

Fall zwei: ebenfalls in den USA wollte ein 22Jähriger einen Bekannten von zuhause abholen. Auch ihn schickte Google Maps an die falsche Adresse – mit fatalen Folgen:  Der dortige Hauseigentümer erschoss den ihm unbekannten jungen Mann kurzerhand, weil er ihn für einen Einbrecher hielt – denn das ist ja bekanntlich gutes amerikanisches Recht.  

Gruselig, was passieren kann, wenn alle sich auf dieselbe Karte verlassen. Also: schlagen Sie lieber mal die eigene Adresse bei Google Maps nach, ob alles seine Richtigkeit hat.  Im Falle eines Fehlers empfehlen wir ein großes Transparent über der Eingangstür: Liebe Auftragskiller, dies ist nicht Haus Nummer 34, sondern Nummer 35. Wenn Sie jemanden in Nummer 34 umbringen wollen, bitte ein Haus weiter. Sollte Ihr Haus schon verpixelt sein – um so besser. Vielleicht findet der Mörder ja die Tür nicht.

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