Der britische Econimist fragt in Großbritannien aktuell nach dem Wert des Internets.  Stefan Plöchinger, Chefredakteur Süddeutsche.de, antwortet heute in unserer NETZ.REPORTER-Reihe Spoken Blogposts: 

Das Internet ist so viel wert wie Luft. Oder Wasser. Solange genug davon da ist, vergisst man schnell, wie es ohne wäre. Wäre es weg, wüsste jeder schnell, dass es ohne kaum gehen wird.

Der wahre Wert des Internets bemisst sich nicht in Euro oder Dollar, wie es jetzt am Beispiel Google durchgerechnet wurde. Sicher, im Netz werden in einer einzigartigen Revolution etablierte Wertschöpfungsketten gesprengt, vom Buchhandel bis zur Musikindustrie, was extreme Wertverluste bedeuten kann. Das Internet ist zugleich aber extrem wertvoll – wenn man zum Beispiel ein westlicher Blogger ist oder ein arabischer Revolutionär. Damit nähert man sich dem wahren Wert des Internets. Er bemisst sich daran, wie das Netz unsere Gesellschaft bereichert.

Das Internet demokratisiert soziale Diskurse, weil es Informationen überall verfügbar macht und jeden Empfänger potentiell zum Sender. Und es vernetzt die Welt. Wir Menschen kommen uns – global betrachtet – so leicht so nah wie nie zuvor. Technik- und Informationsüberdruss mögen ein Preis für diese Digitalisierung unseres Lebens sein, aber letztlich ein geringer. Für die meisten Menschen ist dieser Preis kleiner als der Wert. Auch für die meisten Deutschen, die gern als so skeptisch gelten.

Den anderen Deutschen, die immer noch lieber vom Wert- und Werteverlust durch das Internet reden, sei der Blick nach Westen empfohlen. Die Amerikaner haben das Internet zu jenem Luftwasserding gemacht, das es heute ist, indem sie eine simple Sache getan haben: Sie haben das Internet stetig bereichert.

Lassen Sie uns daraus ebenfalls eine simple Sache lernen. Wer am Wert des Internets noch zweifelt – der sollte es aus eigenem Antrieb wertvoller machen.