Das Tamagotchi kehrt als App aufs Smartphone zurück. Da gehört es auch hin. Tobias Lenartz hat sich das neue alte Tamagotchi angesehen. 

Das digitale Mini-Hühnchen ist zurück (to.wi/flickr.com/ CC BY-NC-SA 2.0)

Manchmal kommen sie wieder: Exakt 16 Jahre nachdem das Tamagotchi Kinderherzen höher schlagen ließ und Lehrer und Eltern in den Wahnsinn trieb, kommt das digitale Küken jetzt als offizielle Android-App aufs Smartphone. Extrem zeitgemäß: Denn das seinerzeit etablierte Suchtprinzip der virtuellen Fürsorgepflichten ist im Farmville- und Smartphone-Zeitalter längst zum Generationen übergreifenden Massenphänomen geworden.

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten. 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung.

Tamagotchi 3.0.

Das Küken ist zurück. Das Tamagotchi will nun das Smartphone erobern. Pünktlich zu seinem 16. Geburtstag hat Hersteller Bandai die erste offizielle App lanciert.

„Its Tamagotchi to go. On your Android Smartphone and Tablet.“

Wir erinnern uns.  

Tamagotchi ist ein Spiel in dem es darum geht ein kleines Huhn heranzuziehen. 

Wenn man es nicht rund um die Uhr fütterte, tränkte, bespaßte und lieb hatte, ging es ein. Derart schulte es eine ganze Generation in virtuellem Verantwortungsbewusstsein.

Die 78 Millionen verkauften Plastikeier verschwanden später in Kinderzimmerkisten. Sein Suchtprinzip wurde zum Massenphänomen. Das Videospiel „Die Sims“ wurde mit der Simulation häuslichen Alltags – Schlafen, Essen, Auscheiden – zum meistverkauften PC-Spiel aller Zeiten. Social Games wie Farmville und Konsorten machten das Fürsorgeprinzip zum Geschäftsmodell. Abermillionen klettern ins Hamsterrad virtueller Pflichten und lassen sich vom Wachstumszyklus digitaler Tulpen den Tag takten.

Bandai will mit der kostenlosen App vor allem eine flankierende Produktlinie bewerben. Unterm Motto „Love is life everywhere“ gibt’s Klamotten, Möbel und Klimbim, die „Hello Kitty“ blass aussehen lassen und jede 14-Jährige in Miley Cyrus verwandeln.

Doch auch darüber hinaus ist die Tamagotchi-App auf dem Smartphone goldrichtig. Die Besitzer der Superhandys wissen schließlich: Wenn man Smartphones nicht rund um die Uhr besimst, bedrückt oder anstarrt gehen sie ein: Die Tamagotchis, mit denen man auch telefonieren kann.

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