Wenn man mit biometrischen Daten zahlen will, sollte man dafür sorgen, dass die Körperteile bei einem bleiben. Christoph Spittler über Fingerabdrücke als Zahlungsmittel.

Abgehackte Extremitäten können für sehr viel Ärger sorgen (Duncan Hull/flickr.com/CC BY 2.0)

Biometrischen Scannern gehört die Zukunft. Fingerabdruck-Scanner bei der Grenzkontrolle, Iris-Scans an Türen zu Geheimlabors – das kennen wir aus Science-Fiction-Filmen wie Minority Report, und die entsprechenden Technologien gibt es auch schon in der Realität.

Science Fiction

Science Fiction macht auch vor, wie man solche Kontrollen umgeht: Indem man Zugangsberechtigten die Hand abhackt oder ein Auge ausreißt und an den Scanner hält. Gott sei Dank muss es so weit nicht kommen: Eine US-Firma testet gerade ein Bezahlsystem, bei dem man per Fingerabdruck an der Supermarktkasse zahlen kann – und das dabei gleich die Blutwerte misst und Alarm schlägt, wenn am Finger keine lebende Person hängt.

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Bezahlen mit Fingerabdruck

Biometrische Scanner, die zum Beispiel Fingerabdrücke oder Iris, also die im Auge,  identifizieren, gibt es längst. Alltag sind sie noch nicht. Aber dass man in naher Zukunft bespielsweise per Fingerabdruck-Scan an der Supermarktkasse bezahlt, ist durchaus vorstellbar. Finger draufgelegt, Datenabgleich übers Netz – und die Kasse klingelt.

Das regt bizarre Missbrauchsideen an. Denn wie jeder weiß, haben Profi-Betrüger immer ein paar geklaute Körperteile dabei. Jedenfalls in Science-Fiction-Filmen. Flugs die Hand, die man zuvor der richtigen Person abgehackt hat, aus der Handtasche gekramt, auf den Scanner gehalten – und schon öffnen sich Türen zu Geheimlabors, zur Luxuskarosse oder zum Millionärskonto. Moment, Frau Kassiererin, gucken sie mal weg. Und wieder was gespart. 

Könnte klappen – vorausgesetzt, dass der Handbesitzer nach dem Abhacken andere Dinge zu tun hatte als daran zu denken, sein Konto zu sperren. Vielleicht ja, weil ihm die Hand fehlte, um die Nummer der Kontosperrhotline zu wählen. 

Aber – tätää: Die amerikanische Firma Nexus Smartpay testet jetzt im Feldversuch ein Fingerabdruck-Bezahlsystem, das nicht nur den Fingerabdruck liest: sondern gleich auch den Puls und die Hämoglobinwerte des Fingerbesitzers. Damit mal klar ist: an diesem Finger hängt auch eine lebende Person dran. Weiterer Nutzen dieser Technik: Hm.

Jedenfalls brauchen wir uns mit diesen äußerst realistischen und beunruhigenden Szenarien jetzt gar nicht mehr zu befassen. Puh. Nochmal Glück gehabt.

  

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