Mit Spotted von Facebook kann jeder nach Zufallsbekanntschaften fahnden. Stefan Mey auf der Suche nach der großen Unbekannten.

Und wen stalken wir heute? (Fabian Heusser/flickr.com/ CC BY-NC-SA 2.0)

Die Spotted-Seiten auf Facebook gibt es in England schon einige Jahre. Seit Mitte Dezember 2012 haben die sublokalen Dating-Plattformen aber auch Deutschland erreicht. Es gibt sie bereits für einige Hochschulen wie die Uni Stuttgart und auch für andere Orte wie die Stabi München.

Die Seiten weisen vor allem in Süddeutschland enorme Wachstumsraten auf, einige Datenschützer sind aber besorgt. Könnte die Generation digital doch ein neues Hobby entwickeln: private Rasterfahndung.

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten. 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung.

Private Rasterfahndung

Wer kennt es nicht, dieses Gefühl des Versagens, das einem Tausende kleiner Nadelstiche in der Magengegend versetzt. Das ist gerade der schönste Mensch der Welt an einem vorbeigegangen, und man hat es nicht geschafft, ihn anzusprechen.  

Für dieses letzte Problem der Menschheit, gibt es seit ein paar Wochen in immer mehr Städten eine Lösung. Facebook Spotted-Seiten sprießen wie Pilze aus dem Boden, vor allem für Unis, wo das Paarungsbefürfnis bekanntlich am größten ist. 

Jeder, der seinen Schwarm nicht angesprochen hat, kann dem Administratoren der jeweiligen Facebook-Spotted-Seite eine Nachricht schicken. Die wird dann als virtueller Fahndungsaufruf online gestellt. 

Es gibt romantische Gesuche und solche, die eher auf Unterleibs-Bedürfnisse abzielen. Der Ton schwankt zwischen Schmachterei und Personenbeschreibung auf einem Fahndungsfoto. Das klingt zum Beispiel so: “Heute bei der Allgemeinen Pädagogik Prüfung…an den jungen Mann mit Cap und rotem Kapuzenpulli. Die Prüfung war hässlich, aber dich fand ich gut.” Und kurz darauf meldet sich jemand und sagt: „ Oh, das müsste ich sein.“ Schön, wenn Liebe so einfach ist? 

In der Regel aber sind die Kommentare der anderen Nutzer nur bedingt hilfreich. Mal sind sie witzig, mal fies und oft einfach nur dämlich. Und manchmal verlinken sie einfach den, den sie für den Gesuchten halten. Ohne natürlich den vorher zu fragen. Datenschützer sind deswegen von den Spotted-Seiten nur mäßig begeistert. 

Sie fürchten private Rasterfahndungen und Personen-Tracking als neues Hobby der Generation Digital. 

Aber hey, wir sind hier bei Facebook, und nicht im Vollkornclub für Waldorfschüler…

 

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