Tobias Lenartz geht der Frage nach, wie das Portal Krautreporter die Unterstützung der Crowd auch für Journalisten erschließen will.

Crowdfunding als lebensrettende Maßnahme für den kränkelnden Journalismus? (JaBB/flickr.com/CC BY-NC-ND 2.0)

Bei der Finanzierung von Filmen, Games und Gadgets, sogar bei der Realisierung öffentlicher Bauvorhaben leistet die Crowd bereits geraume Zeit wertvolle Unterstützung. Nun soll die demokratische Projetkfinanzierung namens Crowdfunding auch freien Journalisten zugute kommen. Die sind von der Zeitungskrise schließlich am unmittelbarsten betroffen, weil die Redaktionen aufwendige Recherchen immer seltener finanzieren.

Ein paar Euro für die Reportage

International ist  Journalismus via Schwarmfinanzierung schon durchaus erfolgreich. Über das Portal Krautreporter, soll nun auch hierzulande die interessierte Crowd einen Beitrag leisten können, um gute Ideen und relevante Themen von Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor dem Verschimmeln in der Schublade zu bewahren.

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten. 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung.

Umschwärmte Journalisten 

Die Financial Times ist Geschichte, die Zukunft der Frankfurter Rundschau ungewiss. Das über Jahre prophezeite Zeitungssterben hat hierzulande erste Opfer gefunden.

In Zeiten knapperer Budgets fließt gerade die Vorfinanzierung für aufwendige Recherchen immer spärlicher. Statt in die Klagegesänge einzustimmen versuchen sich Wendelin Hübner und Sebastian Esser an konkreten Gegenmaßnahmen.

Mit krautreporter.de starteten sie jetzt die erste deutsche Crowdfundingplattform für Journalisten. Was bei Games, Gadgets und Filmen funktioniert, könnte doch auch für die schreibende Zunft praktikabel sein. 

Erfolgsmeldungen aus Übersee gibt es bereits. Internationale Fotojournalisten finanzieren ihre Projekte über die Plattform emphas.is. 

Hierzulande konnte Dirk von Gehlen sein Buch über Kunst und Kultur im digitalen Zeitalter schwarmfinanzieren. Fünf Tage brauchte der Jetzt-Redakteur um die angesetzte 5000 Euro Marke zu reißen. Fast 15.000 Euro kamen schließlich zusammen.  

Auf Krautreporter bewerben sich Projekte zu Eurokrise, Nazi-Zeit, Magazine und Datenjournalismus um Förderung. Recherchen, Reisen, Fotos, Features und Filme sollen so durch den Schwarm finanziert – und User zu Unterstützern werden.

Statt großspurig die Rettung des Journalismus zu verkünden, geben sich die Krautreporter bescheiden. Crowdfunding sei weder journalistische Revolution noch Anstehn um Almosen. Sondern einfach nur ein neuer Weg. Und neue Wege kann der Journalismus garantiert gut gebrauchen.

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