Der Konflikt zwischen der Gema und Youtube wird immer skurriler. Stefan Mey über den Streit im Netz. 

Am Ende siegt doch wieder nur der Dritte (Mel/flickr.com/ CC BY-ND 2.0)

Die Verwertungsgesellschaft Gema gehört nicht gerade zu den beliebtesten Institutionen der Republik. Netzbewohner werfen ihr Innovationsfeindlichkeit und Blockaden der digitalen Kulturentfaltung vor. Als eines von vielen Beispielen werden die Streitereien zwischen der Verwertungsgesellschaft und der Videoplattform angeführt.

Es wird ordentlich getrickst

Eine Browseranwendung der Datenjournalismusexperten Open Data City zeigt erst kürzlich, wie viele der weltweit beliebtesten Videos in Deutschland nicht verfügbar sind.Aber nicht nur die Gema forciert diesen Konflikt. Auch Youtube spielt mit Tricks und Finten.

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten. 

 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung.

Ge’ma löschen? 

Google steht bekanntlich für Informationen im Netz, der US-Konzern beherrscht aber auch eine andere Disziplin: die Kunst der Desinformation. Bestes Beispiel: der Kampf zwischen der Google-Tochter Youtube und der deutschen Verwertungsgesellschaft Gema. Die beiden streiten sich seit Jahren erfolglos um die Beteiligung an den Werbeeinnahmen von Youtube. 

Eine Studie hat nun gezeigt: der nicht enden wollende Streit befördert Deutschland ins Tal der audiovisuellen Ahnungslosigkeit. Von den 1.000 weltweit am meisten geklickten Youtube-Videos sind ganze 60% hier nicht abrufbar, Deutschland ist damit einsamer Spitzenreiter.  

Doch das seltsame ist: die meisten Videos müssten gar nicht gesperrt sein. Die Gema hat in einem Gerichtsprozess exemplarisch ganze zwölf Titel löschen lassen – um ihre Muskeln zu zeigen. Youtube sperrt aber deutlich mehr und blendet ein scheinheiliges Hinweisschild ein: „Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar, weil es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der Gema nicht eingeräumt worden. Das tut uns leid.“ 

 Die meisten Nutzer denken dann nur: „Fuck you, Gema!“. 

 Doch die hat gegen die fiesen Hinweis-Schilder jetzt eine Unterlassungsklage eingereicht. Das heißt für deutsche Nutzer erst einmal: Die Verhandlungen liegen auf Eis, alles bleibt beim Alten. Die deutsche Youtube-Konkurrenz MyVideo hingegen kann sich freuen. Die hat sich schon lange mit der Gema geeinigt und empfiehlt sich so als zwangsläufige Youtube-Alternative.   

Sie ist die hämisch lachende Dritte. 

 

Weitere Informationen und Links zum NETZ.REPORTER bei FacebookTwitter und Google+.