Reste gibt es überall und leider auch beim Netzreporter. Denn manche Themen, so interessant sie auch sein mögen, schaffen es aus Zeitgründen nicht in die Sendung. Diese Woche lässt der Reste-Netzreporter deshalb tote Esel wieder auferstehen, schaut dem NYPD dabei zu, wie es GPS-Devices in Tablettenpackungen versteckt. Und überlegt sich, was wohl anders gelaufen wäre, hätte Jesus ein Smartphone besessen. Sicher wäre er nicht Scientology bei Twitter gefolgt. Und ein bisschen Facebook gibt es auch wieder, ohne kommt die Welt ja schon fast nicht mehr aus.

Der Esel, den Google nicht umgebracht hat und der Kampf gegen die Medikamenten-Mafia

Ob es wohl irgendjemanden auf der Welt gibt, der keine Esel mag? Diese Frage warf Google vor wenigen Tagen auf, als ein Aufschrei durch die Netzwelt ging. Ein Street-View-Aufnahmeteam soll in Botswana kaltblütig einen Esel überfahren und den grausamen Mord auf den eigenen Aufnahmen dokumentiert haben. Das leblose Tier, das auf einer Sandpiste zurückgelassen worden war, wurde von Usern auf Street-View-Aufnahmen identifiziert, die Google selbst ins Netz gestellt hatte. Googles Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Ansage: Esel nix tot, Esel nur eingeschlafen. Laut Angaben des Internet-Unternehmens wurde das Missverständnis durch die falsche Reihenfolge der angezeigten Bilder hervorgerufen. Der Esel habe zunächst im Sand gelegen und geschlafen, und damit den Kamerawagen des Aufnahmeteams zum Anhalten gezwungen. Irgendwann habe er sich dann nach den freundlichen und keinesfalls handgreiflichen Aufforderungen der Google-Mitarbeiter freiwillig dazu entschieden, sein Sandbad an einem anderen Ort fortzusetzen. Die letzten Zweifel der Kritiker wurden von Google durch überzeugendes Bildmaterial ausgeräumt. Und der Esel? Der liegt wahrscheinlich wieder irgendwo im Sand und schläft.

Von klugen Tieren zu noch viel klügeren Menschen: Im Kampf gegen die Medikamenten-Mafia hat sich das New York Police Department nun etwas ganz Pfiffiges einfallen lassen. Um zukünftig den organisierten Diebstahl von Schmerzmitteln und anderen Medikamenten zu verhindern, sollen GPS-Sender in gefakten Tablettenschachteln versteckt werden; die neueste Technik macht es möglich. Die manipulierten Packungen werden zusammen mit normalen Artikeln in den Verkaufsregalen von Apotheken und Drogerien stehen. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass die New Yorker Polizei zukünftig nicht ihre gesamte Zeit damit verbringen wird, leeren Medikamentenschachteln nachzujagen. Denn alle anderen Kriminellen dürften sich über diese Ablenkung der Ordnungshüter ausgesprochen freuen…

Jesus, Scientology und warum Marc Zuckerberg es nicht so mit der Nächstenliebe hat

Und falls es doch mal zeitlich eng werden sollte bei der Polizei, dann gibt es ja immer noch den Glauben. Dass Jesus wundersame Dinge ganz ohne die Hilfe von Technik vollbringen konnte, ist allseits bekannt. Cartoon-Zeichner stellten sich jedoch unlängst die Frage, wie es eigentlich gewesen wäre, wenn Jesus für seine Taten ein Smartphone zur Verfügung gehabt hätte. Soziale Netzwerke hätte es ihm definitiv einfacher gemacht, den Überblick über all seine Apostel zu behalten. Vermutet wird auch, dass er es mit Smartphone sicherlich keine vierzig Tage in der Wüste ausgehalten hätte, es sei denn er hätte für die Suche nach dem Nachhauseweg Apple Mapps verwendet. Die augenzwinkernden Zeichnungen über den Smartphone-Jesus haben in jedem Fall eine kontroverse Diskussion gestartet. Schade, dass Jesus keine Earth-App zu haben scheint, um bei der Debatte ordentlich mitzumischen.

Von Jesus zu einer Glaubensgemeinschaft, die lange nicht so viel Anklang findet: die Damen und Herren von Scientology. Diesmal sorgte die bekannte Sekte allerdings eher unfreiwillig für Aufsehen. Denn eigentlich wollten sie nur in einer selbst gezahlten Werbeanzeige auf der Seite des Online-Journals “The Atlantic” verkünden, dass 2012 das bisher erfolgreichste Scientology-Jahr überhaupt war. Und dass sie auch sonst ziemlich großartig sind. Dumm nur, dass einige Atlantic-Leser den Eindruck gewannen, das Magazin betreibe hier gezielte Sekten-Werbung. Unter heftiger Kritik und aus Angst vor einem Imageschaden nahm “The Atlantic” die Anzeige vom Netz. Die Scientology-Gegner sind jetzt zufrieden. Fraglich bleibt nun allerdings, ob “sponsored content” in Zukunft nur Unternehmen überlassen bleibt, die unkontroverse Inhalte abbilden. Wäre vielleicht ein bisschen doof für die Meinungsfreiheit…

Und was jetzt noch fehlt sind natürlich Neuigkeiten aus dem Zuckerberg-Imperium. Wieder einmal geht es um Daten. Denn Facebook kennt sich aus mit Daten: Daten sammeln, Daten horten, Daten verkaufen. Ja und keinesfalls Daten hergeben, wenn es nicht unbedingt sein muss. Diese Erfahrung mussten jetzt auch die Anbieter der “Voxer-App” machen, mit der man Smartphones in Walkie-Talkies umwandeln kann. Bisher konnte das Unternehmen seinen Usern die Möglichkeit anbieten, via Facebook auf ihre Kontakte zuzugreifen. Doch damit ist jetzt Schluss, denn Facebook mag nicht mehr. Zu viel geben, zu wenig nehmen, scheint nun die Devise. Offiziell heißt es natürlich, Voxer sei als Social Network zu werten und damit ein ernstzunehmender Konkurrent. Aber darin, nette Sachen zu sagen und gleichzeitig ein wenig Schabernack mit Userdaten anzustellen, dafür ist Facebook inzwischen ja bekannt.