Sie bieten massenhaft Zündstoff für ideologische Diskussionen und sind genauso beliebt wie umstritten. Die Rede ist von Creative-Commons-Lizenzen, die es Internt-Usern erlauben, unter bestimmten Bedingungen Daten zu teilen, in neuen Content einzubetten, zu verbreiten oder zu verändern. Facebook macht den Verfechtern von freiem Datenflow jetzt einen Strich durch die Rechnung. 

Warum sollte Facebook die Rechte an den Bildern seiner User teilen? (Giulio Zannol/flickr.com/CC BY 2.0)

Anders als Internetdienste wie Flickr, Youtube oder Soundcloud sehen die Einstellungen von Facebook oder Instagramm keine Verwendung von CC-Lizenzmodellen vor. Denn Marc Zuckerberg, der Herr über alle User-Daten, sieht nicht ein, warum er die Mengen an Fotos und anderen persönlichen Informationen, die ihm von seinen Benutzern so vertrauensvoll übertragen wurden, mit irgendjemandem teilen sollte.

Dass er damit die Demokratisierung kreativer Gestaltungsprozesse aufhält, scheint Herrn Zuckerberg nicht sonderlich zu interessieren.

 

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten. 

 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung.

Der kreative Hemmschuh

 

Mit ihrem weinerlichen Gefasel kauen sie ihm ein Ohr ab. Das Internet sei frei – jammern die Netzvordenker. Deshalb soll er flexible Lizenzen für die Inhalte seiner Seiten einführen. Jeder kann dann Bilder, Videos und Musiktitel aus dem sozialen Netzwerk weiter verwenden. Verfolgung durch abmahngeile Urheberrechtsanwälte ausgeschlossen. Bricolageartig lässt sich so aus bereits vorhandenen Bausteinen Neues zusammenfügen – auf dem Humus vergangener Werke. User generated Content als neues Armenhaus der Unterhaltung.

 

Doch Marc Zuckerberg geht das Genöle am Allerwertesten vorbei. Die Rechte an den Bildern auf Facebook und Instagramm gehören ihm – für immer und ewig. Übertragen von einer exhibitionistischen Nutzergemeinde im digitalen Rausch. Die schweigende Masse will einfach nur dabei sein. Creative-Commons-Lizenzen am eigenen Werk? Wie bitte?  

 

Creative Commons-Lizenzen demokratisieren Gestaltungsprozesse. Und sie befreien das schöpferische Werk vom Knebel des angestammten Copyrights. flickr, youtube und Soundcloud machen‘s vor.  

 

Aber Zuckerberg wird diesen Schatz nicht hergeben. Instagramm ist der größte Bilderberg der Weltgeschichte. Einmauern will er ihn: aus Twitter heraus können keine Instagrammbilder mehr angezeigt werden. 

 

Warum? Zuckerbergs Aktionäre machen Stress. Schließlich hat er sie gemolken. Wie Zuchtbullen mit Samenstau. Es wird Zeit. Denn das Ende des Wachstums scheint bei Facebook bereits erreicht. Zuwachs gibt es nur noch bei den Alten – ab 55. Welkes Fleisch. An ihnen prallt jede Werbung ab: Die Scheintoten sind die uninteressanteste Zielgruppe überhaupt. 

 

Weitere Informationen und Links zum NETZ.REPORTER bei Facebook und Twitter.