Ihr Haare glänzen silber-grau im matten Licht der Wintersonne. Mit bedächtigen, aber dennoch bestimmten Schritten bewegen sie sich durch die Welt. Ihr Augenlicht ist ungebrochen, genau wie ihr Lebenswille und nicht zu vergessen, ihre Kaufkraft. So oder so ähnlich stellt man sie sich vor, die Generation Silver Surfer. 

Nur noch eine Frage der Zeit, bis das alte Telefon gegen ein flottes Smartphone eingetauscht wird… (Angela de Março/flickr.com/CC BY-NC-SA 2.0)

Der Name Silver Surfer bezeichnet Internet-User höheren Alters, die sich dem technischen Fortschritt nicht verschließen und stattdessen todesmutig den Herausforderungen der digitalen Gesellschaft stellen. 

Ende der 90er Jahre wurde sie zum ersten Mal entdeckt, eine ganze Generation potentieller Internetkunden, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Mit hohen Renten, viel Zeit und Interesse an Themen wie Ernährung, Gesundheit, Reisen und Einkauf sind die Silver Surfer eine nicht zu unterschätzende, kaufkräftige Interessengemeinschaft. Um ihr volles Potential auszuschöpfen, gibt es längst Mittel und Wege, um technikinteressierte Senioren an die Geheimnisse des Internets heranzuführen.

Ob Skype-Gespräche mit den Kindern im Ausland, Beschwerde-Mails an den Schornsteinfeger oder Stützstrümpfe aus dem Online-Versand; die Silver Surfer verstehen ihr Handwerk inzwischen und kurbeln dabei ordentlich den digitalen Markt an. Schon bald wird es Enkel geben, die Oma um ihr neues Smartphone beneiden oder sich bei Opa neue Gaming-Tipps abholen. Und falls es doch  mal Fragen geben sollte, gibt es da noch Bob, den Silver Surfer – Guru.

 

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten. 

 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung.

Hilfe für Silversurfer

 

Fröhlich sabbernd hauen die Alten mit ihren arthritischen Fingern auf die Tastaturen. Sie wissen:  Web-Browser haben nichts mit der Dusche im Bad zu tun. Aufmunternd streicht ihnen der gleichaltrige Bob über die krummen Rücken: Er ist das Alphatier unter den Silversurfern. In seinen  Anleitungsvideos erklärt er der eigenen Alterskohorte die digitale Wunderwelt da draußen. 

 

Senioren galten als verlorene Generation. Langsame Volltrottel, die sich nur mühsam durch die digitale Ära quälen. Pah. Von wegen. Kaffeekränzchen war gestern. Bei Facebook sind die Tattergreise die am schnellsten wachsende Nutzergruppe. Eine mit Geld und unendlich viel Zeit. 

 

Bobs Seniortech-Lessons setzen dem  digitalen Wissensschatz der Scheintoten ein Sahnehäubchen auf:  Der Komiker hinter den Videos schult die Silversurfer im subversiven Umgang mit neuen Medien.  Die Top-3-Highlights in seinen Eklärvideos: Kontakt mit treulosen Enkelkindern herstellen? Einfach auf Google+ als unwichtig kategorisieren. Erpressungsversuche per SMS. Und Aufmerksamkeit heischen durch unschuldige Tweets wie: Hilfe, hier brennts. Oder: Schmerz im linken Arm. Hashtag: Herzinfarkt. 

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