Bei Bloggern und kreativen Netz-Usern beliebt, halten urheberrechtskritische Freidenker sie für eine undurchsichtige Übergangslösung. Die Rede ist von den unterschiedlichen Lizenz-Modellen der Creative Commons, mit denen man Inhalte auf Internetseiten unter ein selbst-bestimmtes Verwertungs- und Verwendungsmodell stellen kann. Dabei reicht das Angebot von der einfachen Verbreitung zu nicht kommerziellen Zwecken bis hin zur kompletten inhaltlichen Veränderung in Form von MashUps und Remixen.

Mit Timeline für Schnellhörer

Umstrittene Konzepte wie das der Creative Commons rufen immer wieder die Kritiker auf den Plan. Denn die Lizenzen erscheinen vielen als schwache Notlösung, die am Kern der Sache, der Frage nach der Haltbarkeit des Urheberrechtes, vorbeigeht.

2001 von der gemeinnützigen Organisation Creative Commons ins Leben gerufen, feierte das Konzept im Dezember 2012 seinen zehnten Geburtstag. Ein guter Zeitpunkt, um einen Blick zurück zu werfen und Bilanz zu ziehen. Gleichzeitig steht die Frage nach der Zukunftsperspektive des Projekts im Raum.

Im Gespräch mit Falk Lüke, Technik-Journalist der Digitalen Gesellschaft e.V. und bekennender CC-Fan und Michael Seeman, Blogger und Kulturwissenschaftler, der den CC-Lizenzen betont kritisch gegenübersteht, beobachtet Vera Linß den aktuellen Stand der Dinge.

Timeline

01:58 Fundamentale Kritik an meiner Kritik gab es nicht. Die Probleme sind ja auch relativ  bekannt (Michael Seemann)

 

03:37 Creative Commons Lizenzen sind nur eine Brücke, das ganze Grundprinzip davon. (Falk Lüke)

 

05:35 Mit dem alten Urheberrecht sind wir gegen eine Wand gelaufen (Seemann)

 

08:16 Der Grundgedanke der Creative Commons ist es, der Vervielfältigsungshandlung einen rechtlichen Rahmen zu schaffen (Lüke)

 

10:44 Creative Commons sind kompliziert im Handling und nicht wirklich frei für alle zugänglich. Daran sind sie hauptsächlich gescheitert (Seemann)

 

17:44 Es gibt mittlerweile eine richtig große Verunsicherung im Netz bei Bloggern, die nicht wissen, was sie nehmen dürfen (Seemann)

 

21:37 Gibt es eine Website-übergreifende CC-Suche? Bei Google gibt es die nicht. Warum gibt es die nicht bei Google? (Seemann)

 

26:03 Wenn ich denn ernsthafter Künstler bin und sage, ich möchte in der GEMA zum Beispiel sein, dann wird es mir nicht besonders leicht gemacht, gleichzeitige eine Creative Commons Lizenz zu verwenden. (Lüke)

 

30:03 Ich glaube, das schafft dann bei manchen Menschen diese Illusion, dass wenn sie sich jetzt dieses NC-Modul mit einklicken, in die Lizenz, dass sie dann sich ja vorbehalten Geld zu verdienen mit ihren Werken. (Seemann)

 

34:54 Der Schulbuchmarkt ist noch ein sehr sehr spezieller Markt, denn der ist alles andere als gemeinnützig. Die Schulbuch-Verlage verdienen schlicht und einfach Geld. (Lüke)

39:10 Festivals, die versuchen nur CC-lizenzierte Musik zu spielen, haben immer wieder Probleme mit der Gema (Seemann)

 

40:30 Die EU reformiert gerade die Richtlinie zum kollektiven Rechte-Management (Lüke)

 

45:53 Man kann heutzutage kaum etwas im Internet tun, ohne immer gegen Urheberrechte zu verstoßen. CC hat da nicht weitergeholfen. (Seemann)

 

51:02 Die Frage, ob man eine Registrierungspflicht für geschützte Werke macht, das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass ich weiß was darf ich frei verwenden, nämlich alles, was nicht geschützt ist. (Lüke)

 

52:30 Fair Use hieße: Benutze Dinge, wenn du damit Sachen illustrieren oder dokumentieren willst, die dir gerade in den Sinn kommen, die du aber einbettest in einen Kontext. Das heißt ein erweitertes Zitatrecht, das auch eine gewisse Rechtssicherheit bietet. (Seemann)

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